Eiskunstläufer blamieren sich bei EM
28.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Goldpaar und nichts dahinter: Im Schatten der Europameister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy hat sich das große Team der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bei den Titelkämpfen in Warschau blamiert. Stefan Lindemann hat seinen Zenit überschritten und lief mit Platz elf der Spitze hinterher, die zwei Damen waren mit Rang 19 und 20 allein technisch gar nicht konkurrenzfähig. «Mit Trainingsweltmeistern kommen wir nicht weiter», sprach DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf zum Ende der Titelkämpfe deutliche Worte.
Huths neue Schülerin, die deutsche Meisterin Kristin Wieczorek aus Chemnitz, ging in einer schwachen Konkurrenz unter. Die 20-Jährige trainiert seit dem Herbst im Allgäu und hofft auf eine Leistungssteigerung zur Weltmeisterschaft im März in Tokio. Weil Vizemeisterin Christiane Berger (Mannheim) noch schlechter war, bekam die Sächsin auch ohne Flip und Lutz im Repertoire den einzigen Startplatz. Nach jahrelangen Hoch-Zeiten schwächelt sogar die Eiskunstlauf-Nation Russland: Nach dem Karriere-Ende aller vier Titelträger gewann man erstmals seit 25 Jahren keine Goldmedaille.
«Der Eiskunstlauf liegt in Deutschland ziemlich nieder. Es wäre doch schön, wenn der EM-Titel einen positiven Schub auslöst», meinte DEU-Vizepräsident Uwe Harnos. Der Jurist wird sich zur Bewertung von Steuers Stasi-Akte sachkundige Hilfe holen und dann ein schriftliches Resümee ziehen. Sollte es zu keinem einlenkenden Gespräch mit dem Bundesinnenministerium und dem Deutschen Olympischen Sportbund kommen, wird man sich im April/Mai noch einmal vor dem Münchner Oberlandesgericht treffen. «Wir wollen bis zum Ende der Saison Klarheit haben und endlich Ruhe einkehren lassen», sagte Harnos. (dpa)

