22. Jan 2007 17:17
In keiner geringeren Sendung als der «Tagesschau» will Jürgen Blin rehabilitiert werden. Der ehemalige Boxer nahm es gar nicht sportlich, als Waldemar Hartmann ihn im Fernsehen für tot erklärte.
Blin schmiss es «fast aus dem Sessel», erzählte er am Montag der «Bild»-Zeitung. Gemütlich auf der Couch sitzend, musste er in der ARD kurz vor dem WM- Schwergewichtskampf zwischen Nikolai Walujew und Jameel McCline von seinem eigenen Ende erfahren. Moderator Hartmann erzählte später, er habe die Falsch-Information von seinem leitenden Redakteur erhalten. «Es ist das Schlimmste, was passieren kann», bedauerte er den Fehler. Doch Jürgen Blin gibt sich mit Bedauern und dem Angebot, am 3. März in Rostock von der ARD zu einem EM-Kampf eingeladen zu werden, nicht zufrieden. Der 63-Jährige fordert eine Richtigstellung - in der «Tagesschau». Er habe Hartmanns Aussage als «Frechheit» empfunden, rechtfertigte er seine Forderung.
Blin, der heute im Hamburger Hauptbahnhof ein Restaurant unterhält, erboxte sich 1972 gegen den Spanier José Manuel Urtain den EM-Titel. Seinen berühmtesten Kampf trug er aber schon ein Jahr zuvor aus, als er am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Schweiz auf Muhammad Ali traf. Der US-Amerikaner, wenige Monate zuvor von Joe Frazier verdroschen, schlug Blin in der siebten Runde K.o. (nz)