11. Jan 2007 11:38
Das Interesse an deutschen Trainern im Ausland ist nach der Fußball-WM größer denn je. Nach weniger erfolgreichen Turnieren sei ein gegenläufiger Trend zu erkennen gewesen, behauptet der Präsident der Fußball-Lehrer.
Die positive Ausstrahlung Jürgen Klinsmanns und die guten Leistungen der DFB-Auswahl bei der Heim-WM hätten sich als hilfreich erwiesen, so der BDFL-Chef. Dagegen hatte sich nach den Auftritten bei der WM 1998, als Deutschland im Viertelfinale scheiterte, und der EM zwei Jahre später, in der bereits in der Vorrunde Schluss war, ein rückläufiger Trend abgezeichnet, erklärte Markus Weidner vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dies konsolidiere sich nun wieder.So übernahm Klaus Toppmöller im vergangenen Jahr die Auswahl Georgiens und will nun mit den Osteuropäern die Qualifikation für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz schaffen. Hans-Peter Briegel wechselte 2006 nach dreieinhalb Jahren von Albanien nach Bahrain. Dort leistet seit Jahresbeginn auch die ehemalige Trainerin des erfolgreichsten deutschen Frauen-Fußballvereins 1. FFC Frankfurt, Monika Staab, als Nationaltrainerin Aufbauarbeit. «Die wollen wirklich mit Macht etwas erreichen», sagte Staab beeindruckt.
Nicht nur in Bahrain soll dies mit deutscher Hilfe gelingen. In Gambia hat Ex-Profi Antoine Hey (unter anderem Fortuna Düsseldorf und FC Schalke 04) das Sagen. In Ruanda, wo auch schon Weltenbummler Rudi Gutendorf Station machte, ist Michael Nees Nationalcoach. Gerade in afrikanischen Ländern sei die Aufgabe der deutschen Trainer wegen der oft fehlenden Strukturen als Entwicklungshilfe anzusehen, meinte BDFL-Präsident Zingraf. Bei den Auslands-Missionen der deutschen Fußball-Lehrer kommt vor allem der Überwindung von Sprachproblemen große Bedeutung zu. «Man hat bei Klinsmann ja gesehen, dass man mit Worten alles ausschöpfen kann, was an Motivation möglich ist», sagte Zingraf.