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Brand weiter zum Improvisieren gezwungen

08. Jan 2007 13:49, ergänzt 20:04
Handball-Bundestrainer Heiner Brand
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Die Verletztenmisere bei den deutschen Handballern reißt kurz vor Beginn der Heim-WM nicht ab. Bundestrainer Heiner Brand verzweifelt schon fast auf der Suche nach einer Stammformation.

Von Martin Kloth und Nils B. Bohl

Der «Masterplan» für die Heim-WM ist in Gefahr: Die zugespitzte Verletztenmisere bei den deutschen Handballern bereitet eineinhalb Wochen vor dem Eröffnungsspiel gegen Brasilien selbst dem leidgeprüften Bundestrainer schlaflose Nächte. «In den letzten Wochen ist es knüppelhart gekommen. Ich mache mir schon einige Sorgen», bekannte Heiner Brand im DHB-Trainingslager in Herrsching am Ammersee. Dass seine Auswahl trotz des Fehlens einer ganzen Startformation gegen den Olympia-Vierten einen 23:20-Sieg und am Sonntag ein 23:23 erkämpfte, deutete die Möglichkeiten einer kompletten deutschen Mannschaft an.

Drei neue Verletzte

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Am Montag ereilten Brand die nächsten schlechten Nachrichten. Kreisläufer Sebastian Preiß (Lemgo) droht für das WM-Eröffnungsspiel am 19. Januar gegen Brasilien auszufallen. Eine eingehende Untersuchung erbrachte einen Einriss in der Wadenmuskulatur und eine Zwangspause von 10 bis 14 Tagen. Der Hamburger Linksaußen Torsten Jansen bangt wegen eines Muskelfasserrisses im Oberschenkel um seinen Einsatz im letzten WM-Test am Samstag in München gegen Ägypten.

Nur die Blessur von Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) erwies sich als weniger schwerwiegend: Der Kreisläufer muss sich wegen einer Oberschenkelzerrung schonen. Alle drei hatten sich in den Ungarn- Spielen verletzt. «Das ist doch nicht mehr auszuhalten. Nimmt diese Verletzungsmisere denn nie ein Ende?», fragte Brand verzweifelt und fügte an: «Jetzt habe ich schon ganz bewusst diesen großen Kader gewählt, und muss dennoch fürchten, dass mir die Spieler ausgehen. Das kann doch wohl nicht wahr sein.»

Velyky fällt länger aus

Großes Kopfzerbrechen bereitet Brand auch Oleg Velyky (Kronau/Östringen). Denn der Bänderriss im linken Fußgelenk des Rückraumspielers erweist sich als hartnäckig, hinzu kommt eine Sehnenverletzung unter dem Fuß. «Das Problem ist nicht der Bänderriss. Das Problem ist der Anriss der Sehne in der Fußsohle. Das ist sehr, sehr schmerzhaft. Normalerweise dauert so etwas vier bis sechs Wochen», sagte Mannschaftsarzt Ulrich Dobler.

Er befürchtet sogar Velykys Ausfall für die komplette WM-Vorrunde: «Wenn er bereits in der Vorrunde spielen könnte, wäre das ein Wunder. Heiner hat das ein bisschen im Hinterkopf, dass Oleg vielleicht zur Hauptrunde kommt.» Und Brand meinte dazu: «Ich mache mich nicht von dem Gedanken frei, ich hoffe. Aber ich muss auch so weiterarbeiten. Wenn es klappt, ist es umso besser.»

Suche nach Lösungen

Am 17. Dezember hatte sich Velyky die Verletzung zugezogen. Dabei war er gerade erst wieder genesen, nachdem er sich einer Lymphdrüsen- Operation hatte unterziehen müssen. «Es regiert das Prinzip Hoffnung. Er ist noch relativ schlecht zu Fuß, fängt jetzt mit Koordinationsübungen an, muss aber erst mal den Fuß belasten können. Er hat starke Schmerzen beim Auftreten», berichtete Brand.

Nach dem bereits seit Wochen feststehenden Ausfall von Frank von Behren (Flensburg-Handewitt/ Kreuzbandriss) und Jens Tiedtke (Großwallstadt/Kopfoperation) war die DHB-Auswahl schon ohne sieben Leistungsträger nach Ungarn gereist. Neben Velyky fehlten die Lemgoer Florian Kehrmann (Mittelhandbruch), Markus Baur (Oberschenkelblessur) und der angeschlagene Torhüter Carsten Lichtlein sowie der Nordhorner Holger Glandorf (Gesichtsverletzung) und Lübbeckes Rolf Hermann (Nervenreizung im Arm). «Ich werde auf Grund der Verletzungen vor der WM nach Lösungen suchen müssen», bekannte Brand.

Wie diese aussehen können, ließ der Bundestrainer vor dem letzten Testspiel am Samstag in München gegen Ägypten noch offen. Allerdings stehen für den Fall einer längeren Verletzungspause von Jansen und Preiß zwei prominente Ersatzleute parat. Stefan Kretzschmar (Magdeburg) für den Linksaußen und Kreisläufer Christian Schwarzer (Lemgo) könnten nach ihrer Nominierung für den vorläufigen 28-köpfigen Kader aus ihrem Auswahl-Ruhestand jederzeit für die WM reaktiviert werden. (dpa)

 
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