«Der beste Linksfuß der Welt ist tot»
«Der beste Linksfuß der Welt ist tot, aber er wird uns immer in großartiger Erinnerung bleiben. Der geniale Kapitän der goldenen ungarischen Nationalmannschaft der 50er Jahre war eine der größten Persönlichkeiten des internationalen Fußballs. Eng verknüpft mit ihm sind natürlich unsere Erinnerungen an das legendäre WM-Finale 1954.«
Ottmar Walter (Weltmeister 1954):
«Das stimmt mich sehr traurig, denn ich habe eine gute Freundschaft über die vielen Jahre hinweg mit Puskas gehabt. Zuletzt waren wir vor einigen Jahren zu Gast in Budapest - da hat Puskas, der ja ein fröhlicher Mensch war, die ganze Truppe unterhalten. Er war ein Spaßmacher wie er im Buche steht. Er hat im übrigen nie die anderen spüren lassen, dass er später zum Weltfußballer aufgestiegen ist. Und als wir Weltmeister wurden, hat er unumwunden zugegeben, dass die bessere Mannschaft an diesem Tag gewonnen hat. Das zeugt von seiner Fairness, die er bis zu unserem letzten Zusammentreffen gezeigt hat. Wir hatten ein unwahrscheinlich gutes Verhältnis zueinander. Wenn der DFB eine Delegation nach Budapest zur Beerdigung schickt, wollen meine Frau Anneliese und ich dabei sein.»
Horst Eckel (Weltmeister 1954):
«Der Tod von Puskas hat mich traurig gestimmt und nachdenklich gemacht. Jetzt sind nur noch fünf Spieler vom 54er Finale am Leben: Ottmar Walter, Hans Schäfer und ich sowie Kosicz und Buzansky. Man hat ein seltsames Gefühl, wenn einer nach dem anderen weggeht. Puskas und ich hatten über viele Jahre hinweg eine gute Kameradschaft, wir haben uns mehrmals getroffen und schöne Feste gefeiert. Er war ja in späteren Jahren eine fröhlicher und milder Mensch - aber früher war er auch im Privaten gegen seine Mitspieler so streng wie auf dem Platz. Wenn der DFB zur Beerdigung eine Delegation schickt, bin ich natürlich dabei.» (nz)

