netzeitung.deFußball-Legende Puskás ist gestorben

 Herausgeber: netzeitung.de

Ferenc Puskás (r.) mit Fritz Walter (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ferenc Puskás (r.) mit Fritz Walter
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Einer der besten Fußballer aller Zeiten ist tot. Ferenc Puskás gehörte zu jener großen ungarischen Elf, die zwischen 1950 und 1954 in 32 Spielen ungeschlagen blieb - im WM-Finale 1954 aber ein Drama erlebte.

Ferenc Puskás, einer der besten Fußballer aller Zeiten, ist tot. Der Ungar starb nach langer Krankheit in einer Budapester Klinik. Puskas lag bereits seit Mitte September auf der Intensivstation; in den letzten Tagen hatte sich sein Zustand bei hohem Fieber und einer Lungenentzündung dramatisch verschlechtert. Er litt seit sechs Jahren an der Alzheimer Krankheit.

Protagonist der Wunderelf
Puskas war der legendäre Stürmer der ungarischen Wunder-Elf der 50er Jahre. Das ungarische Parlament unterbrach am Freitagvormittag seine Sitzung, um mit einer Schweigeminute des nach langer Krankheit verstorbenen Sportlers zu gedenken. Das ungarische Fernsehen änderte sein Programm, um mit Dokumentationen an Werdegang und Triumphe des Fußballers zu erinnern.

«Der Stürmer der Nation ist von uns gegangen», erklärte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany in einer Stellungnahme zum Tod von Puskas. «Auch wenn uns der Mensch Ferenc Puskas verlassen hat, die Legende Puskas wird für immer bei uns bleiben», fügte Gyurcsany hinzu.

Puskás begann seine Karriere bereits mit 16 Jahren in der ersten Mannschaft von Kispest Budapest, die später Honvéd hieß. Ein Jahr später debütierte er im ungarischen Nationalteam. In seinen insgesamt 84 Länderspielen brachte er 83 Mal den Ball im Tor unter.

Beste Zeit in Madrid
Puskas spielte, «als ob sein linkes Bein in einem Glacéhandschuh gesteckt hätte», hatte der ebenfalls zur Legende gewordene Alfredo di Stefano einmal über seinen Mannschaftskollegen bei Real Madrid gesagt. Bei den «Königlichen» verlebte Puskas seine erfolgreichste Zeit im Vereinsfußball: Drei Mal gewann er mit Real den Europapokal der Landesmeister. Seine größte sportliche Niederlage musste er im Weltmeisterschafts-Finale 1954 hinnehmen, als Ungarn gegen Deutschland trotz einer 2:0-Führung 2:3 verlor.

Als Spieler hatte der Kapitän der ungarischen Nationalelf bei der WM 1954 praktisch zwei Leben: Das eine machte den von Freunden «Ocsi» («Kleiner») gerufenen technisch perfekten Torjäger in 84 Länderspielen mit 83 Toren für Ungarn zu einem der populärsten Sportler seines Landes. Das andere ließ den Major der ungarischen Armee nach dem Volksaufstand 1956 und der Flucht über Österreich nach Spanien zu einem Geächteten im eigenen Land werden. Seit 1958 war er auch spanischer Staatsbürger.

Größter einer großen Elf
Puskas war der Größte jener grandiosen Elf von Gustav Sebes, die zwischen 1950 und 1954 in 32 Spielen ungeschlagen blieb, 1952 in Helsinki Olympiasieger wurde und am 25. November 1953 England mit einem grandiosen 6:3-Sieg die erste Heimniederlage der 90-jährigen Länderspielgeschichte zufügte.

Nur 222 Tage später erlebte Puskas die größte sportliche Enttäuschung seines Lebens. Am 4. Juli 1954 zerstörten Sepp Herbergers Taktik, Fritz Walters Regie und Helmut Rahns Tore mit dem 3:2 im Berner Weltmeisterschafts-Finale den Mythos von der Unschlagbarkeit der Magyaren. (nz)