netzeitung.deNiederlage mit Folgen für Volleyballerinnen

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Bundestrainer Guidetti, Angelina Grün (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundestrainer Guidetti, Angelina Grün
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach der Niederlage gegen die Türkei steht fest, dass die deutschen Volleyballerinnen fortan aus der höchsten deutschen Sportförderung herausfallen. Derweil sind auch die WM-Finalisten ermittelt.

Peter Juny, Osaka

Die deutschen Volleyball-Frauen sind bei der Weltmeisterschaft ungebremst ins Nichts gestürzt. Durch eine enttäuschende 1:3 (25:23, 16:25, 20:25, 25:27)-Niederlage in Osaka gegen die Türkei spielt das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti am morgigen Donnerstag nur noch um Rang elf gegen Taiwan. Nach den teilweise glanzvollen Vorrundenspielen hatte niemand mit dieser Enttäuschung gerechnet: Das Abschneiden ist nun noch schlechter als vor vier Jahren im eigenen Land mit Rang zehn. Zugleich haben die DVV-Frauen den Aufstieg in die höchste deutsche Sportförderung verpasst. Der letzte Gegner Taiwan verlor gegen die USA 0:3.

Guidetti stocksauer
Die deutsche Mannschaft spielte bis auf Kapitän Angelina Grün völlig unter Form. «Das war das schlechteste Spiel seit ich Trainer der Mannschaft bin. Nur der Kapitän wollte gewinnen», war Bundestrainer Giovanni Guidetti stocksauer. «Ich werde mit den Spielerinnen reden, so geht das nicht», fügte er hinzu. «Ich bin nicht zufrieden», war Grün genau wie der Trainer gefrustet.

Gegen die Türkinnen hielt nur Italien-Profi Grün die Mannschaft mit insgesamt 28 Punkten im Spiel, das restliche Team kam zusammen auf nur 32 Zähler. Mit elf Punkten trug der Kapitän dazu bei, dass die DVV-Frauen den ersten Satz gewannen, nachdem sie einen 10:13- Rückstand mit fünf Zählern hintereinander in ein 15:13 verwandeln konnten. Wer auf einen Ruck und eine Steigerung gewartet hatte, der sah sich schnell getäuscht. Der zweite Durchgang war nach einem 8:19- Rückstand völlig desolat, auch im dritten Abschnitt war die Mannschaft chancenlos.

Finale Brasilien-Russland
Ohne druckvollen Aufschlag und mit schwacher Annahme war den stärker servierenden Türkinnen nicht beizukommen. Außerdem hatten sie mit der Scorer-Spitzenreiterin Neslihan Darnel (ebenfalls 28 Punkte) einen Gegenpol zu Grün und waren viel ausgeglichener besetzt. Im vierten Satz krempelte Guidetti die Mannschaft total um, brachte nur noch erfahrene Spielerinnen aufs Parkett, die bis zum 22:20 vor einem fünften Entscheidungssatz stand, nach dem zweiten abgewehrten Matchball aber auch passen mussten.

Das Finale dieser WM bestreiten Topfavorit Brasilien und der Olympia-Zweite Russland, der entthronte Titelverteidiger Italien und Serbien-Montenegro spielen um Platz drei. Während sich die Südamerikanerinnen im Halbfinale gegen Serbien-Montenegro 3:1 behauptete und ungeschlagen ins Endspiel einzogen, feierte Russland einen klaren 3:0-Erfolg über Italien. Damit kommt es im Endspiel und im kleinen Finale jeweils zu Revanchen. In der Zwischenrunde hatte Brasilien gegen Russland 3:1 gewonnen. Italien und Serbien-Montenegro waren schon zum Vorrundenauftakt in Nagoya aufeinander getroffen: Dabei hatte sich Serbien-Montenegro 3:1 durchgesetzt. Für die spielstarken Brasilianerinnen könnte es der erste Titel werden, für die im Block und Angriff starken Russinnen als Nachfolger der ehemaligen UdSSR der Sechste. (dpa)