Volleyball-Damen völlig frustriert
Nachdem die deutschen Volleyball-Damen in der Vorrunde viel Grund zum Jubeln hatten, ist nun bei der Weltmeisterschaft in Japan die totale Ernüchterung erfolgt. Statt um die Plätze fünf bis acht zu spielen, geht es nach der unnötigen 2:3- Niederlage gegen die USA in der Trostrunde nur um die Ränge neun bis zwölf. «Ich bin sehr frustriert, und es tut mir vor allem leid für die Spielerinnen. Die Mannschaft hätte es verdient, um die Plätze fünf bis acht zu spielen mehr als andere Teams. Die Prämie für unsere harte Arbeit seit Mai fehlt», sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.
Um ganze 0,004 Zähler war der Ballpunkte-Quotient der Deutschen schlechter als der von Olympiasieger China, das in der Vorrunde 3:1 bezwungen worden war. Die Asiatinnen hatten ein Ballverhältnis von 648:642 (1,009), die Deutschen 609:606 (1,005). Die Konkurrenz spielte wieder einmal nicht wie erhofft mit, aber viel schlimmer war, dass die deutschen Spielerinnen ihre eigenen Chancen nicht nutzen konnten. Insgesamt vier Matchbälle vergaben sie gegen die Niederlande (einen) und die USA (drei). Vorausgegangen war in beiden Spielen ein klarer Punktvorsprung, der jeweils aus der Hand gegeben wurde.
Die grippe-geschwächte Angelina Grün, mit 167 Zählern (130 Angriffe, 25 Blocks und 12 Asse) drittbeste Scorerin mit 7 Punkten Rückstand auf die führende Neslihan Darnel (Türkei/174), wurde zu oft und stereotyp gesucht. Gegen die USA benötigte sie im Schnitt vier Anläufe zum Punktgewinn. Kurze und erfolgreiche Anspiele auf Christiane Fürst (zweitbeste Blockerin mit 28 Punkten) und Sschusche gab es im vierten und fünften Satz kaum noch. Cornelia Dumler war drei Sätze lang sehr effektiv und wurde danach förmlich vergessen. Aber Guidetti hatte zeitweise vier WM-Neulinge in der Startformation: «Das ist eine wichtige Erfahrung für die Zukunft.» (dpa)

