netzeitung.deVolleyball-Damen völlig frustriert

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Angelina Grün (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angelina Grün
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Bei den deutschen Volleyball-Damen hat die Ursachenforschung für das verpasste WM-Ziel begonnen. Hinzu kommt, dass bei Nichterreichen des neunten Ranges finanzielle Folgen drohen.

Von Peter Juny

Nachdem die deutschen Volleyball-Damen in der Vorrunde viel Grund zum Jubeln hatten, ist nun bei der Weltmeisterschaft in Japan die totale Ernüchterung erfolgt. Statt um die Plätze fünf bis acht zu spielen, geht es nach der unnötigen 2:3- Niederlage gegen die USA in der Trostrunde nur um die Ränge neun bis zwölf. «Ich bin sehr frustriert, und es tut mir vor allem leid für die Spielerinnen. Die Mannschaft hätte es verdient, um die Plätze fünf bis acht zu spielen mehr als andere Teams. Die Prämie für unsere harte Arbeit seit Mai fehlt», sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti.

Verfrühter Medaillentraum
An den beiden Ruhetagen gilt es nun, sich von dieser brutalen Bruchlandung zu erholen und Kraft für das Spiel am Mittwoch gegen die Türkei zu tanken. «Unsere Zielstellung ist jetzt Platz neun», sagte Mittelblockerin Corina Sschuschke aus Dresden. Damit könnte immer noch die höchste deutsche Sportförderung gesichert werden. DVV- Vizepräsident Götz Moser konnte es kaum fassen. Nach der Super- Vorrunde hatte er sogar Medaillenträume und Angst um seine Haare gehabt. Bei Platz vier wäre er sie los gewesen wie schon bei der erfolgreichen Olympia-Qualifikation für Athen Anfang 2004 in Baku.

Um ganze 0,004 Zähler war der Ballpunkte-Quotient der Deutschen schlechter als der von Olympiasieger China, das in der Vorrunde 3:1 bezwungen worden war. Die Asiatinnen hatten ein Ballverhältnis von 648:642 (1,009), die Deutschen 609:606 (1,005). Die Konkurrenz spielte wieder einmal nicht wie erhofft mit, aber viel schlimmer war, dass die deutschen Spielerinnen ihre eigenen Chancen nicht nutzen konnten. Insgesamt vier Matchbälle vergaben sie gegen die Niederlande (einen) und die USA (drei). Vorausgegangen war in beiden Spielen ein klarer Punktvorsprung, der jeweils aus der Hand gegeben wurde.

Nicht gut genug
«Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren in Annahme, Abwehr und Aufschlag gut, aber es war nicht gut genug. Wenn man zwei Mal so knapp verliert, dann gibt es Gründe dafür. Bei uns ist es der Angriff aus der Annahme. Dort haben wir uns verbessert, aber das reicht noch nicht», sagte Guidetti. Der Coach ist um eine Erkenntnis reicher: «Der Sieger steht erst fest, wenn der letzte Ball auf dem Boden ist.» Dazu hatte sein Team genügend Gelegenheiten: Aus 1043 Angriffen in den 9 Spielen resultierten nur 440 Punkte - 154 gingen ins Aus, der Rest wurde geblockt. Das sind 42,19 Prozent und Platz 10 im Ranking.

Die grippe-geschwächte Angelina Grün, mit 167 Zählern (130 Angriffe, 25 Blocks und 12 Asse) drittbeste Scorerin mit 7 Punkten Rückstand auf die führende Neslihan Darnel (Türkei/174), wurde zu oft und stereotyp gesucht. Gegen die USA benötigte sie im Schnitt vier Anläufe zum Punktgewinn. Kurze und erfolgreiche Anspiele auf Christiane Fürst (zweitbeste Blockerin mit 28 Punkten) und Sschusche gab es im vierten und fünften Satz kaum noch. Cornelia Dumler war drei Sätze lang sehr effektiv und wurde danach förmlich vergessen. Aber Guidetti hatte zeitweise vier WM-Neulinge in der Startformation: «Das ist eine wichtige Erfahrung für die Zukunft.» (dpa)