Volleyballerinnen verfehlen ihr WM-Ziel
Nach einem Wechselbad der Gefühle war die Enttäuschung groß: Deutschlands Volleyballerinnen griffen ins Leere und erreichten ihr WM-Ziel nicht. Zum Vorrundenabschluss der Weltmeisterschaft am Sonntag in Osaka gab es eine völlig unnötige 2:3-Niederlage gegen die USA - danach waren über zwei Stunden lang banges Warten und Zittern angesagt. Dann stand fest, dass es für das DVV-Team nicht wie erhofft um die Plätze fünf bis acht, sondern nur noch um neun bis zwölf ging. Am Mittwoch ist die Türkei der nächste Gegner.
Lange sah es so aus als könnte Olympiasieger China mit einem Erfolg Schützenhilfe leisten, doch nach einer 2:0-Führung wurde gegen die Niederlande noch 2:3 verloren. Mit drei Siegen und vier Niederlagen waren die DVV-Frauen punktgleich mit China, aber die Asiatinnen hatten den ausschlaggebenden besseren Quotienten bei den kleinen Ballpunkten. Hätte China nur neun Punkte im Tiebreak gemacht oder gewonnen, wären die Deutschen bei dieser Millimeterentscheidung in der Runde um Platz fünf bis acht gewesen.
Zwar folgte noch ein erzitterter 3:0-Pflichtsieg über Puerto Rico, das 0:3 gegen Brasilien kam nicht unerwartet und die völlig unnötige Pleite gegen die Amerikanerinnen erwies sich als folgenschwer. «Unser Erwartungen nach der starken Vorrunde waren zu hoch geschraubt», sagte Kapitän Angelina Grün. «Wir hatten im vierten Satz selbst die große Chance in der Hand, alles klar zu machen. Aber die USA haben bis zum Schluss gekämpft, gut im Block und Angriff gearbeitet», fügte sie hinzu. Sie selbst benötigte für 17 ihrer 22 Punkte 65 Versuche.
«Ich möchte gerne noch einmal den vierten Satz spielen, wo wir zum Schluss keinen Ball mehr tot bekommen haben», stammelte Libero Kerstin Tzscherlich mit Tränen in den Augen. «Unfassbar, das wir so etwas noch verkacken», meinte DVV-Vizepräsident Götz Moser. «Wir haben den Sieg mit zu vielen Eigenfehlern verschenkt. In der Annahme und Block waren wir gut, die Attacke ist unsere Problem. In Sapporo haben wir große Spiele gezeigt, hier schlechte», urteilte Bundestrainer Giovanni Guidetti. (dpa)
