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Lupe Volleyballerinnen unterliegen Brasilien

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der WM in Japan ihr Match gegen die starke brasilianische Auswahl verloren. Gleichwohl zeigte sich das Team von Bundestrainer Guidetti anschließend optimistisch für eine wichtige Partie.

Von Peter Juny, Osaka

Die deutschen Volleyball-Frauen haben gegen Brasilien zwar verloren, aber dennoch Selbstvertrauen für den Schlussspurt getankt. Gegen den noch ungeschlagenen Topfavoriten gab es bei der Weltmeisterschaft in Osaka trotz der besten Leistung in dieser Runde ein 0:3 (16:25, 22:25, 15:25). Damit verfügt das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti über jeweils drei Siege und drei Niederlagen, so dass das abschließende Spiel am morgigen Sonntag gegen Vizeweltmeister USA gewonnen werden muss, um die Platzierungsspiele fünf bis acht zu erreichen.

Anderes Level
Brasilien und der Olympia-Zweite Russland nach einem 3:0-Erfolg über die USA haben sich aus dieser Gruppe vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert. Im direkten Duell geht es nur noch darum, wer ungeschlagen bleibt. «Wenn Brasilien so spielt wie heute, wird sie hier keiner schlagen», machte der Bundestrainer dem Rivalen ein dickes Kompliment. Die Südamerikanerinnen hätten einen anderen Level als sein Team. «Trotzdem war ich zufrieden, weil wir besser waren als gegen die Niederlande und Puerto Rico. Teilweise waren drei oder vier Spielerinnen auf dem Boden, diese Leidenschaft wollte und will ich sehen», sagte Guidetti.

Selbst lebte er das Spiel wieder lautstark gestikulierend an der Seitenlinie mit und erhielt im ersten Satz sogar die Gelbe Karte, was den Deutschen einen Minuspunkt bescherte. Das USA-Spiel bezeichnete der Coach als die wichtigste Partie für seine Mannschaft: «Der Druck ist sehr hoch. Bisher haben wir aber immer sehr gut gespielt, wenn der Druck hoch war. Ich werde die Party meines Lebens machen, wenn wir um die Plätze fünf bis acht spielen.»

«Keine Schande»
«Ein Sieg muss her, dafür müssen wir noch konstanter spielen. Ich bin wirklich optimistisch», meldete sich Kapitän Angelina Grün nach drei Tagen ohne Stimme wegen eines grippalen Infekts wieder zu Wort. «Die Stimmung auf dem Feld war besser als zuletzt, wo uns mit der Niederlage gegen die Niederlande der Lauf genommen wurde. Wir brauchen gegen die USA eine gute Annahme, dazu eine gute Block- und Feldabwehr und müssen schon Druck mit dem Service erzeugen», fügte der Italien-Profi hinzu. «Wir haben wieder unser Spiel gemacht. Gegen Brasilien zu verlieren ist keine Schande - die Partie gegen die USA ist wichtiger», meinte Libero Kerstin Tzscherlich.

«Ich erwarte eine weitere Steigerung», sagte auch Cornelia Dumler, die für Atika Bouagaa in die Stammformation aufgerückt war, mit ihrer Angriffsleistung aber diesmal nicht überzeugen konnte und zu oft am gegnerischen Block scheiterte. Diese Schwäche offenbarten auch die anderen Angreiferinnen einschließlich Grün. Da waren die spielstarken Brasilianerinnen aus anderem Holz geschnitzt und kaum aufzuhalten. Vor allem im zweiten Durchgang konnten die Deutschen überzeugen, machten einen 12:16-Rückstand bis zum 19:19 wett und hielten den Satz bis zum 22:23 offen. «Da habe ich gesehen, was ich sehen wollte», sagte Guidetti und hofft gegen das kampfstarke USA-Team auf eine Fortsetzung. (dpa)