netzeitung.deVolleyball-Damen quälen sich zum Sieg

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Angelina Grün (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angelina Grün
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Die DVV-Frauen haben sich bei der Weltmeisterschaft in Japan gegen Puerto Rico keine Blöße gegeben. Die kleine Chance aufs Halbfinale blieb gewahrt.

Von Peter Juny

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft in Japan in die Erfolgsspur zurückgefunden und sich zum dritten Sieg gezittert. Nur 24 Stunden nach der unglücklichen 2:3-Niederlage gegen die Niederlande gelang am Donnerstag in Osaka in der Zwischenrunde ein mühevoller 3:0 (25:23, 25:22, 25:22)-Sieg über Außenseiter Puerto Rico. Mit diesem Erfolg erhielt sich das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti die Chance, die Spiele um die Plätze fünf bis acht zu erreichen. Topfavorit Brasilien am Samstag und die USA am Sonntag sind die nächsten Gegner.

Ein Arbeitssieg
«Wir haben getan, was wir tun mussten - 3:0 gewinnen. Mir war vorher klar, das es ein schwieriges Spiel für uns wird. Der Gegner hat gut im Block und in der Feldabwehr gespielt, zudem steckte meinen Spielerinnen das 2:3 vom Vortag gegen die Niederlande in den Köpfen», sagte Guidetti nach dem Arbeitssieg. Er hofft, dass die Mannschaft durch Training am spielfreien Freitag wieder zu alter Sicherheit zurückfindet. «Ich will, dass meine Mannschaft in den nächsten beiden Partien so spielt wie in Sapporo: aggressiv, motiviert und selbstbewusst.» Dabei sei ihm egal, ob gegen Brasilien gewonnen oder verloren wird. «Die USA müssen wir schlagen.»

Der deutschen Mannschaft scheint auf dem Flug von Sapporo zur Zwischenrunde nach Osaka die Lockerheit verloren gegangen zu sein. Nachdem gegen die Niederlange die schlechteste Turnier-Leistung gezeigt wurde, im Tiebreak ein 11:5-Vorsprung und ein Matchball nicht reichten, spielte das Team gegen Puerto Rico verunsichert und verkrampft. «Locker spielen geht nicht», sagte Libero Kerstin Tzscherlich, «alle haben Angst und zittern bei jeder Ballberührung.»

In allen drei Sätzen quälte sich die Mannschaft zum Sieg: Im ersten Durchgang wurde eine 18:13-Führung wieder eingebüßt, am Ende saß erst der dritte Satzball. Im zweiten Abschnitt musste nach Annahmeproblemen ein 15:18 aufgeholt werden. «Das war wichtig», urteilte Guidetti. Auch nach einem 20:17-Vorsprung im dritten Satz kehrte keine Sicherheit in die Aktionen ein. «Die Niederlage gegen die Niederlande hat Wirkung gezeigt. Das war wie eine Handbremse: Es passieren Dinge auf dem Feld, die ewig nicht passiert sind», meinte Atika Bouagaa, die nach ihrer Fußverletzung wieder zur Stammformation gehörte.

Alte Lockerheit gesucht
Auch die erfahrene Zuspielerin Tanja Hart hat die Ursache für den Leistungsabfall ausgemacht: «Die gute Vorrunde hat Druck gebracht. Plötzlich wurde von einer Medaille gesprochen.» Man müsse zur alten Lockerheit zurückfinden, vielleicht liege dem Team die Außenseiterrolle besser. Birgit Thumm, die wie Mittelblockerin Christiane Fürst und Kapitän Angelina Grün 14 Punkte erzielte, blickt nach vorne: «Das Wichtigste ist der Sieg. Es kann nur besser werden. Ein Erfolg muss noch her, dafür wird jeder alles geben.» (nz)