08.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Christina Benecke (M.) schmettert gegen zwei Niederländerinne
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Erst nach einem dramatischen Fünfsatz-Krimi gegen die Niederlande mussten sich die deutschen Volleyball-Damen geschlagen geben. Ihm habe «die Stimme von Angelina Grün gefehlt», klagt Bundestrainer Guidetti nach dem Spiel.
Von Peter JunyEnttäuscht und mit hängenden Köpfen schlichen die deutschen Volleyballerinnen vom Parkett. In einem dramatischen Fünfsatz-Krimi gegen die Niederlande reichten am Mittwoch in Osaka eine 11:5-Führung und ein Matchball nicht zum Sieg. Mit dem 2:3 (25:23, 21:25, 23:25, 25:23, 14:16) ist das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti zum Auftakt der Weltmeisterschafts-Zwischenrunde in ihrem Höhenflug gestoppt worden.
«Wir hatten eine große Chance im fünften Satz», trauerte der Coach dem möglichen Sieg hinterher. «Wir hatten es selbst in der Hand und haben es verschenkt. Bei diesem Spielstand muss man einfach gewinnen», übte Kapitän Angelina Grün Selbstkritik. Auch Christina Benecke teilte diese Meinung: «Wir sind sehr enttäuscht, das hätten wir dicht machen müssen.»
Damit hat das deutsche Team wie die Oranjes zwei Siege und Niederlagen auf dem Konto. Nächste Gegner sind Puerto Rico, das gegen Russland 0:3 unterlag, am Donnerstag sowie Titelaspirant Brasilien und die USA. «Wir werden in jedem Spiel angreifen, mit einem Sieg über Puerto Rico sind wir wieder im Rennen um die Plätze fünf bis acht. Vorausgesetzt wir gewinnen, dann entscheidet es sich gegen die USA», sagte Guidetti. «Ich habe dafür zu sorgen, dass die Niederlage kein Problem ist und aus den Köpfen verschwindet.»
Unnötige NiederlageDie unnötige Pleite in dem zweistündigen Kampfspiel schnell abhaken und sich auf die Tugenden der Vorrunde zu besinnen, in der überraschend Olympiasieger China 3:1 bezwungen wurde, fordert auch Grün: «Wir müssen uns auf morgen konzentrieren, denn es geht gnadenlos weiter.» Trainer und Spielerinnen waren sich einig, dass die Mannschaft längst nicht an die Leistung von Sapporo anknüpfen konnte und ihr schlechtestes Turnierspiel abgeliefert hat. Grün: «Durch das gesamte Spiele haben sich zu viele Höhen und Tiefen durchgezogen. Im Tiebreak haben wir nach dem klaren Vorsprung die Bälle nicht mehr tot gemacht.»
«Statistisch gesehen hatten wir keine Chance mehr, aber wir haben alle Möglichkeiten genutzt», stellte Bonds-Coach Avital Selinger nach dem vierten Fünf-Satz-Spiel seines Teams bei dieser WM fest. Nach sieben Eigenfehlern drehte seine Mannschaft mächtig auf. Fehler des deutschen Teams bestraften die angriffs- und abwehrstarken Niederländerinnen konsequent. Im zweiten Satz wurde eine 10:5-Führung mit fünf Gegenpunkten sofort wieder eingebüßt, nach dem 20:19 folgten vier Eigenfehler. Im dritten Abschnitt stand es bereits 9:16, ehe ein Zwischenspurt noch zum 23:24-Anschluss führte.
Grün zu leise«Angriff und Annahme waren heute schlecht. Mir hat die Stimme von Angelina Grün gefehlt», klagte Guidetti. Italien-Profi Grün konnte wegen einer Erkältung und Stimmbandentzündung kaum sprechen und wurde trotz der 21 Punkte in der Gesamtwirkung von Birgit Thumm (18) übertroffen. Auch das am Vortag geübte Blockspiel gegen die starken niederländischen Außenangreifer klappte nur selten. «Die haben wir nicht in den Griff bekommen», beklagte Benecke. Chaine Staelens, eine von fünf Ex-Münsteranerinnen beim Sieger, nutzte das zu 31 Punkten. (dpa)