netzeitung.deVolleyballerinnen feiern grandiosen Sieg

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Die deutschen Volleyballerinnen jubeln. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die deutschen Volleyballerinnen jubeln.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Diesen Tag werden die deutschen Volleyball-Frauen ihr Leben lang nicht vergessen. Bei der WM besiegten sie den hochfavorisierten Olympiasieger aus China.

Deutschlands Volleyballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft in Japan eine Sternstunde erlebt. Zum Abschluss der Vorrundenspiele gelang am Sonntag in Sapporo mit einem umjubelten 3:1 (20:25, 25:18, 25:21, 25:23)-Sieg über Olympiasieger China ein sensationeller Coup. Damit schaffte die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti vorher kaum erwartete vier Erfolge bei nur einer Niederlage gegen Russland (1:3) und nimmt zwei Siege mit in die Zwischenrunde. Die Spielerinnen sprangen ausgelassen auf dem Parkett herum und tanzten im Kreis.
Vertrauen in die Mannschaft
«Ein Platz unter den besten acht Teams ist möglich, das wäre ein großes Resultat», sagte der Bundestrainer. Diese ausgezeichnete Ausgangsposition könne aber nur genutzt werden, wenn die Mannschaft ab Mittwoch in Osaka auf diesem Level gegen die Niederlande, Puerto Rico oder Kasachstan, die USA und Brasilien weiter spielt. «Das sind auch starke Teams. Ich vertraue aber meiner Mannschaft, die mich mit ihrem Teamspirit und enormem Kampfgeist immer wieder überrascht», sagte Guidetti. Schon die Russland-Partie war für ihn ein großes Spiel, beim 3:0-Sieg über Aserbaidschan bescheinigte er seinem Team perfekten Volleyball. «Der Sieg über den Olympiasieger ist ein Traum und der größte Sieg meines Lebens», sagte Guidetti.

Gegen die Chinesinnen hatte sich Guidetti trotz fünf Niederlagen in diesem Jahr und dem letztmaligen Erfolg 1994 bei einer WM eine größere Chance ausgerechnet als gegen Russland. «China ist bei dieser WM etwas zerbrechlich und anfällig», war sein Fazit nach dem 1:3 der Asiatinnen gegen Russland, wo es kräftemäßig nur zu einem starken ersten Satz reichte. Da hatte die deutsche Mannschaft gegen Russland weit stärker gegengehalten und wurde gegen China mit zunehmender Spieldauer auch immer dominanter. Beim Verlust des ersten Satzes nach einer 14:11-Führung gab es Annahmeprobleme und mehrfach erfolgreiche Blocks gegen Angelina Grün.

Die anderen Punkte gemacht
«Die waren gut auf mich eingestellt, ehe es dann besser lief. Der Schlüssel für unseren Erfolg ist, dass dafür andere die Punkte gemacht haben», meinte der Kapitän. Im dritten und vierten Satz war sie dann aber wieder die Alte und brachte es noch auf 25 Zähler. «Ich habe noch nie gegen China gewonnen», genoss sie diesen historischen Moment. «Nach diesen vier Siegen in einer schweren Vorrundengruppe können wir mit Selbstvertrauen in die neue und ebenfalls schwere Runde gehen», blickte sie voraus. Neben ihr punkteten auch Cornelia Dumler (15), Christiane Fürst (12), Corina Schuschke (11) und Birgit Thumm (10) zweistellig.

Das deutsche Team präsentierte sich in der WM-Vorrunde als starkes und harmonisches Team mit viel Aggressivität, Power und Spielfreude. Gegen Aserbaidschan ragte neben Angelina Grün (22 Punkte) vor allem Cornelia Dumler (16) heraus, die für die verletzte Atika Bouagaa (Fußprobleme) in die Startformation aufrückte und nach schwachem Spiel gegen Mexiko eine starke Angreiferin war. Schon da sparte Guidetti nicht mit Lob: «Nach der Niederlage gegen Russland sagte ich, dass ich sehr stolz bin auf meine Mannschaft. Und heute hat man gesehen warum: Immer, wenn sie unter Druck stehen, spielen sie ihr bestes Volleyball. Es ist ein großartiges Team.» (nz)