netzeitung.deVolleyball-Damen sind jetzt gefordert

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Kapitän Angelina Grün (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kapitän Angelina Grün
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei der Weltmeisterschaft in Japan haben sich die deutschen Volleyball-Frauen souverän an die Spitze der Gruppe B gesetzt. Jetzt aber kommen die wirklich schweren Gegner - und es geht perspektivisch um viel.

Von Peter Juny

Die zweite Runde fest im Blick, aber noch drei schwere Vorrundenspiele vor sich: Für die deutschen Volleyball-Frauen schlägt in Sapporo nach zwei 3:0-Siegen und der Spitzenposition in Gruppe B von Freitag an die Stunde der Wahrheit. Es wartet der schwere Dreierpack gegen den Olympia-Zweiten Russland, den EM-Vierten Aserbaidschan sowie Olympiasieger China. Dabei geht es auch um die Einstufung für die Sportförderung, in der sich das Team möglichst um eine Position für die erste Förderstufe verbessern will. «Dazu ist Rang neun notwendig. Natürlich wollen wir nach oben kommen, dafür werden wir kämpfen. Wenn wir gut spielen, können wir noch viel erreichen», sagte Leistungsträgerin Birgit Thumm.

Gewitztes Angrifsspiel gefragt
«Wir haben die Chance, alle drei Partien zu gewinnen. Dann müssen aber alle Spielerinnen 100 Prozent bringen. Wenn wir 80 Prozent Leistung zeigen, wird es schwierig, nur ein Spiel zu gewinnen» sagte Bundestrainer Giovanni Guidetti. Seine Hoffnungen ruhen besonders auf dem Spiel gegen Aserbaidschan, das ihm allerdings trotz der 1:3-Niederlagen gegen China und Russland imponiert hat. «Die sind auch stark und haben gute Einzelspielerinnen», warnt er.

Der Coach schätzt Russland, das für den WM-Titel eine Million Euro Prämie erhalten würde, höher ein als Weltranglisten-Spitzenreiter China. «Die Russen sind physisch sehr stark, blocken sehr gut und haben sich in der Taktik verbessert», sagte Guidetti über die Arbeit seines italienischen Trainer-Kollegen Giovanni Caprara. Der Dreierblock mit zwei 2,02 Meter großen Spielerinnen, die dieses Gardemaß auch im Angriff erfolgreich einsetzten, ist nur schwer zu überwinden und bedarf eines schnellen und gewitzten Angriffsspiels.

«Die haben Respekt vor uns»
China habe auch ein Team auf hohem Level, wirke aber im Gegensatz zum Olympiasieg in Athen müde. Siege gegen diese drei Teams hatten zuletzt Seltenheitswert, nur Russland konnte im Juni in Montreux/Schweiz 3:1 bezwungen werden. «Deutschland ist auch stark, die haben Respekt vor uns und unserem Kampfgeist. Wichtig ist, dass wir nicht in Ehrfurcht erstarren», sagte Guidetti. «Unsere Abwehr muss gut arbeiten und der Block stehen. Zudem muss unser Aufschlag funktionieren», wünscht sich Thumm. «Wir gehen durch die Siege gestärkt in die nächsten Partien, wollen so weit wie möglich nach oben und jeden Tag angreifen. Die Chance ist da», sagt auch Kapitän und Italien-Profi Angelina Grün. In der Trainer-Gunst steht die 236-malige Nationalspielerin ganz oben: «Sie ist eine großartige Volleyballerin und immer Kapitän, auf und neben dem Feld. Es ist auch ihr Verdienst, dass dieses Team einen solchen Spirit und diese gute Chemie hat. Sie ist eine echte Leaderin.»

Auch in den anderen Gruppen fallen noch wichtige Entscheidungen. Insgesamt haben noch acht Teams eine makellose Bilanz. In Gruppe D imponierte vor allem Serbien-Montenegro, das beim letztmaligen gemeinsamen Auftritt Titelverteidiger Italien und auch den Olympia-Dritten Kuba jeweils mit 3:1 bezwang. Vizeweltmeister USA musste in Gruppe C gegen Kasachstan und die Niederlande jeweils in kräftezehrenden Fünf-Satz-Spielen über insgesamt vier Stunden ran. (dpa)