Erneute Pleite für deutsche Handballer
26.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Erneute Pleite für deutsche Handballer
Beim Handball- Worldcup hat die DHB-Auswahl auch ihr zweites Spiel gegen eine europäische Spitzenmannschaft verloren. Die Dänen nutzten in Bremen ihre Torchancen deutlich konsequenter aus.
Die deutschen Handballer haben beim Worldcup auch das zweite Spiel gegen eine Spitzenmannschaft verloren und spielen nach dem Umzug nach Schweden nur um die Plätze fünf bis acht. Einen Tag nach der 27:30-Niederlage gegen Olympiasieger Kroatien zog der Olympia-Zweite in Bremen mit 25:29 (11:15) auch gegen den EM-Dritten Dänemark den Kürzeren. Als Dritte der Vorrunden- Gruppe B trifft die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Samstag in Helsingborg auf Griechenland. Der Olympia-Sechste hatte in Gruppe A Platz vier belegt hinter Spanien, Tunesien und Schweden.
Dänemark und Serbien im HalbfinaleAls Sieger der deutschen Gruppe erreichte Dänemark ebenso das Halbfinale wie Kroatien, das zuvor Serbien mit 41:26 (19:11) distanziert hatte. Vor 4000 Zuschauern im AWD-Dome war gegen Dänemark Kapitän Markus Baur (6/4) bester Torschütze. Für die Skandinavier, bei denen der Großwallstädter Anders Oechsler (32.) wegen Foulspiels und der Flensburger Michael Knudsen (52.) nach drei Zeitstrafen die Rote Karte sahen, warf Bo Spellerberg (8/6) die meisten Tore.
Taktische Umstellung bringt nichtsErstmals bei diesem Turnier probierte Bundestrainer Heiner Brand die 5:1-Abwehrformation mit dem Hamburger Torsten Jansen auf der vorgezogenen Position aus. So pausierten zunächst Andrej Klimowets (Kronau/Östringen) und Oliver Roggisch (Magdeburg), die in der defensiven Deckungsvariante den Mittelblock bilden. Dies hatte jedoch nur in der Anfangsphase Erfolg.
Nach dem 4:4 (8.) lief im Angriffsspiel der deutschen Mannschaft fast nichts mehr zusammen. Die Dänen unterbanden geschickt die Kombinationen und provozierten Ballverluste der deutschen Spieler. Zudem wirkten die Gastgeber schwerfällig und ließen die in den vorherigen Spielen gezeigte Spritzigkeit vermissen. Sieben Minuten gelang der DHB-Auswahl kein Treffer. Dänemark enteilte scheinbar mühelos auf 9:4 (15.) und hinterließ Ratlosigkeit im Brand-Team.
Doch kampflos wollte sich die deutsche Mannschaft nicht ergeben. Nach einer Auszeit stemmte sie sich gegen das Unheil. Mit drei Treffern in Folge verkürzte sie auf 9:11 (26.). Das Aufbäumen aber war nicht von langer Dauer. Bis zur Pause geriet die DHB-Auswahl mit 11:15 in Rückstand und lag beim 12:18 (36.) gar erstmals mit sechs Treffern hinten. Als alles zu spät schien, erwachte im deutschen Team noch einmal der Kampfgeist. Doch die Aufholjagd war nicht von Erfolg gekrönt. (nz)