Volleyball-WM: «Alles ist möglich»
Wenn man Giovanni Guidetti glauben darf, dann hat der neue Volleyball- Bundestrainer der Frauen in seiner Karriere «solch einen Mannschaftsgeist und eine derartige Professionalität noch nicht erlebt.» Die deutschen Spielerinnen um Kapitän Angelina Grün hätten ihn von Anfang an begeistert. Das sei ein völlig anderes Arbeiten als mit einer italienischen Profimannschaft, schwärmt der 34-Jährige. Guidetti hatte lange Jahre als Coach in der obersten italienischen Spielklasse gearbeitet. Seit Mitte April ist der Italiener nun beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) angestellt.
«Wenn wir unseren besten Volleyball spielen, können wir das gleiche Niveau spielen wie jedes andere Team», so Guidetti. Und alle schlagen. Der Sieg im ersten Testspiel gegen Brasilien hat diese These eindrucksvoll untermauert. Diese Partie habe «gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner eine Chance haben, wenn wir unsere beste Leistung bringen».
In der Vorrunde in Sapporo erwartet die DVV-Frauen ein Mammutprogramm. Platz vier ist zum Einzug in die Zwischenrunde nötig. Die fünf Spiele binnen sechs Tage werden in jedem Fall an die Substanz gehen. Zum Auftakt geht es gegen das Team aus der Dominikanischen Republik (31.10.). Es folgen die Partien gegen Mexiko (1.11.), der Olympia-Zweite Russland (3.11.), der EM-Vierte Aserbeidschan (4.11.) und Olympiasieger China zum Abschluss (5.11.). Ein kräfteraubendes Programm, bei dem der Trainer allen zwölf Spielerinnen im Kader Spielzeit einräumen will.
Doch das lässt sich ja leicht ändern. Je mehr Spiele die DVV-Auswahl bei den Titelkämpfen bestreitet, um so besser. Der Italiener sucht dabei weiter nach einer «guten Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielerinnen.» Bei der Benennung seines Aufgebots war Guidetti übrigens durch die Verletzung von Sylvia Roll übrigens um die sonst fällige Personalentscheidung herumgekommen. Der 13er Kader schrumpfte so von selbst auf die Sollgröße. Nachnominierungen sind auch bei Verletzungen nicht möglich.
Letztlich gehen aber alle im deutschen Team davon aus, dass der Einzug in die nächste Runde machbar sein sollte. «Wir wollen unter die besten Acht», formulierte stellvertretend Angelina Grün die Erwartungshaltung. «Bei der Heim-WM vor vier Jahren waren die Zehnte. Das wollen wir steigern.»

