Florettfechter Joppich holt WM-Gold
Als die Fecht-Weltmeisterschaften für die deutsche Equipe zu größten Einzel-Pleite seit 32 Jahren zu werden drohte, zeigte Peter Joppich in der der Höhle des Löwen sein großes Kämpferherz und schnappte sich Gold. Der Koblenzer gewann im Oval Lingotto das Florett-Finale gegen den Italiener Andrea Baldini mit 15:14 Treffern.
Die Degendamen hingegen gingen zum vierten Mal hintereinander leer aus: Als letzte verbliebene Deutsche scheiterte Imke Duplitzer (Bonn) mit 14:15 im Achtelfinale an Olympiasiegerin Timea Nagy. «Es war nicht mein bester Tag, es war nicht mein bestes Jahr und Nagy ist nicht irgendwer», sagte die mitfavorisierte Weltranglisten-Zweite.
Für Florettfechter Joppich war das Duell mit seinem Trainingskollegen Kleibrink «extrem schwierig». Beide werden von Bundestrainer Uli Schreck in Bonn betreut und standen sich in unzähligen Gefechten gegenüber. «Wir kennen uns so gut, und es sind immer harte Fights», meinte Joppich, der auch bei seinem WM-Triumph 2003 in Havanna (Kuba) am dritten Tag die erste deutsche Medaille geholt hatte. Eine Schramme am Hals und ein Eisbeutel an der von Kleibrinks Florett getroffenen Hand zeugten vom harten Kampf, den Joppich nach einem 13:14 noch drehte.
Kleibrink scheiterte wie im Vorjahr im Viertelfinale. Der Junioren-Weltmeister von 2005 hatte im Achtelfinale beim 15:14 im «Sudden Death» gegen Erwan Le Pechoux aus Frankreich seine Kämpfernatur unter Beweis gestellt, hatte aber das Pech, dann auf Landsmann Joppich zu treffen.
Ralf Bißdorf (Heidenheim) unterlag im Florett-Achtelfinale dem Japaner Yusuke Fukuda 11:15. Für den Olympia-Zweiten von 2000 und diesjährigen Europameister könnte es der letzte WM-Kampf seiner Karriere gewesen, eine endgültige Entscheidung will der 35-Jährige aber erst in den kommenden Wochen treffen. Bundestrainer Schreck berücksichtigt Bißdorf nicht mehr für Mannschafts-Wettkämpfe, weil er nach dessen enttäuschenden Leistungen bei der Heim-WM 2005 in Leipzig auf jüngere Kräfte setzt. Dominik Behr (Tauberbischofsheim) unterlag in der zweiten Runde dem Japaner Yuki Ota mit 8:15. (dpa)

