Fechter bleiben bei WM ohne Medaille
Die einst so erfolgsverwöhnten deutschen Fechter setzen nicht mehr die entscheidenden Treffer: Auch am zweiten Tag der Weltmeisterschaften in Turin blieb die deutsche Equipe ohne Medaille. Während die erst 16 Jahre alte Säbelfechterin Alexandra Bujdoso aus Koblenz am Montag immerhin noch für Furore sorgte und erst im Viertelfinale ausschied, scheiterte Jörg Fiedler (Tauberbischofsheim) als letzter verbliebener deutscher Degenfechter bereits im Achtelfinale. Er unterlag dem Polen Krzysztof Mikolaczyk mit 10:15 Treffern. «Dass wir unsere Chance nicht genutzt haben, ist sehr schade», sagte Degen-Bundestrainer Walter Steegmüller angesichts des frühen Scheiterns vieler Favoriten.
«Ich beiß mir in den Arsch. Es wäre etwas möglich gewesen», drückte Sven Schmid seine Enttäuschung über das 13:14 nach Verlängerung in der zweiten Runde gegen den Franzosen Eric Boisse drastisch aus. Ohne Chance war Martin Schmitt (ebenfalls Tauberbischofsheim) beim 10:15 gegen Gesamtweltcupsieger Gabor Boczko. Christoph Kneip (Leverkusen) war bereits in der Qualifikation gescheitert. «Das war kein Desaster und keine Bankrotterklärung. Wir waren knapp dran», sagte Steegmüller. Der Bundestrainer setzt auf die Mannschafts-Entscheidung am Donnerstag. Bei den vergangenen drei Großereignissen hatte das Degen-Quartett immer eine Medaille gewonnen.
«Das war schon eine Super-Leistung. Aber das darf über das Ergebnis der anderen nicht hinwegtäuschen», sagte Säbel-Bundestrainer Eero Lehmann. Zwei deutsche Fechterinnen standen bereits in der ersten Runde vor schweren Aufgaben: Sybille Klemm (Eislingen) verlor gegen Mannschafts-Weltmeisterin Sada Jacobsen (USA) mit 9:15. Amelie Zerfass (Tauberbischofsheim) unterlag Zagunis 9:15. Die Dormagenerin Stefanie Kubissa enttäuschte beim 11:15 gegen Seira Nakayama aus Japan. Im Halbfinale am Abend traf Zagunis auf ihre Teamkollegin Jacobson, Rebecca Ward (USA) kämpfte gegen Kim Hye Lim (Südkorea).
Für Bujdosos Vater und Trainer Imre hat der Achtungserfolg seiner Tochter unmittelbare Folgen: Der Olympiasieger mit der ungarischen Säbel-Mannschaft von 1988 muss sich nach einer verlorenen Wette eine Glatze scheren lassen. (dpa)
