Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Schalke 04 nach Nancy-Auftritt geschockt

29. Sep 2006 10:50, ergänzt 13:49
Gerald Asamoah
Bild vergrößern
Schalke 04 verpasst im Rückspiel gegen Nancy den Einzug in die Gruppenphase des Uefa-Cups und verliert Gerald Asamoah für lange Zeit. Der Bundesligist reagiert geschockt.

Von Ulli Brünger

Bilderschau:
Der starre Blick von Mirko Slomka sprach Bände. Dem Trainer des FC Schalke 04 fiel es extrem schwer, den doppelten Schock von Nancy zu verarbeiten. Nicht nur die über weite Strecken desolate Leistung bei der 1:3-Pleite seiner Elf und das unerwartete Scheitern in der ersten Runde des Uefa-Pokals beim französischen Vertreter AS Nancy machten ihm zu schaffen. Fast noch schlimmer war das Drama um Gerald Asamoah.

Mehr in der Netzeitung:
  • Die Ergebnisse im Uefa-Pokal 28. Sep 2006 22:51
  • Der Fußball- Nationalstürmer zog sich 20 Minuten nach seiner Einwechslung zur Pause bei einer überharten Attacke von Pape Diakhatè einen Schien- und Wadenbeinbruch zu, wurde noch nach dem Spiel am Donnerstagabend in Frankreich operiert. Bei dem einstündigen Eingriff durch Professor Daniel Molé an der Klinik für Traumatologie und Orthopädie ist ein Nagel eingesetzt worden, teilte Schalke 04 am Freitag mit. «Es war ein glatter Bruch. Die Operation ist gut verlaufen», sagte Schalkes Clubarzt Thorsten Rarreck, der bei dem Eingriff dabei war. Asamoah wird erst in der Bundesliga-Rückrunde wieder zur Verfügung stehen.

    «Bitterer Tag»

    «Das ist ein ganz bitterer Tag für uns. Wir sind international nicht mehr im Rennen. Dazu die schwere Verletzung von Gerald. Das war für alle ein Schock», sagte der 39-jährige Slomka, der sich mit Blick auf die Bundesliga-Partie des Tabellen-Zweiten bei Bayer Leverkusen am Sonntag um eine positive Sichtweise bemühte: «Wir müssen den Kopf hoch nehmen, auch wenn der Hals dreckig ist. Solche Dinge können auch zusammenschweißen. Die nächsten Spiele sind entscheidend.»

    Nach den Turbulenzen um die vorübergehende Suspendierung Asamoahs, der «Maulwurf»-Affäre und der von Kapitän Marcelo Bordon zusätzlich angeheizten Dauerdiskussion um die angeblich zerstrittene Mannschaft folgte nun der sportliche und finanzielle Rückschlag. Zwangsläufig, sagen die Kritiker. «Das hat damit nichts zu tun», behauptet Andreas Müller. Der Manager glaubt nicht, «dass diese Dinge die Spieler so beeinflusst haben, dass sie dann Fehlpässe spielen, unkonzentriert und überhaupt nicht präsent sind».

    Schalke eine Mannschaft?

    Wirklich nicht? Bordons Kernaussage, er bezweifle, dass mit der Mannschaft derzeit «dauerhafter Erfolg» möglich sei, weil sie kein «eingeschworenes Team» ist, bestätigte sich im Stadion Marcel Picot. Zufall? «Das ist eine Momentaufnahme», betonte Müller. «Es war einfach ein Tag, an dem alles gegen uns gelaufen ist. Wir haben einen auf den Deckel bekommen. Jetzt müssen wir wieder aufstehen und noch enger zusammenrücken. Ich bin sicher, die Jungs werden schon in Leverkusen beweisen, dass sie eine gute Mannschaft sind.»

    Beim französischen Tabellen-Vierten war davon nicht viel zu sehen. Trotz guten Starts lag der Halbfinalist der Vorsaison durch Tore von André Luiz (19.), der das 1:0 der Schalker aus dem Hinspiel egalisierte, und Mareco Curbelo schon nach 25 Minuten 0:2 zurück. In der 70. Minute legte der überragende Issiar Dia das dritte Tor nach, ehe Bordon (78.) mit dem 1:3 bei den rund 1300 Schalke-Fans noch einmal Hoffnung aufkommen ließ. «Wir haben bis zum Ende alles versucht», sagte Slomka, der zu allem Überfluss vom spanischen Schiedsrichter Eduardo Gonzalez vom Feld geschickt wurde (49.).

    Drei Millionen futsch

    Die Auswirkungen der Pleite sind noch nicht absehbar. Sicher ist, dass dem klammen Revierclub rund drei Millionen Euro fehlen, die als Einnahme aus der Gruppenphase eingeplant waren. Der finanzielle Verlust könne kompensiert werden, wenn «wir in der Bundesliga vorn mitspielen und im DFB-Pokal weit kommen. Wir müssen uns jetzt auf diese beiden Wettbewerbe konzentrieren», sagte Müller. Das Erreichen eines Champions-League-Platzes wird damit immer mehr zur Pflicht, der Druck nimmt zu. «Wir müssen uns diesem Druck stellen», sagte Hamit Altintop. Müller will das Fazit erst am Saisonende ziehen: «Dann wissen wir, ob wir das Team weiter verstärken können oder nicht.» (dpa)


     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Sportschauen
    Zu weiteren Sportschauen
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Stillstand statt Fortschritt:: 
    Wolfsburgs Nullnummer beim BVB
    Wieder nur Unendschieden: 
    Sestaks Traumtor per Fallrückzieher
     
    Standortbestimmung in Bremen: 
    Fehlersuche nach dem Famagusta-Spiel
    Champions League - 5. Spieltag: 
    Werder verpasst das Achtelfinale
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Zur Autogazette
    Aus anderen Ressorts

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.