26.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Arthur Abraham
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Es sei richtig gewesen, Arthur Abraham trotz gebrochenen Kiefers weiterkämpfen zu lassen, findet Box-Trainer Ulli Wegner. Man sei aber sicher ein Risiko eingegangen. Bilderschau: Blutiger Kampf
Box-Trainer Ulli Wegner hat erstmals eingeräumt, dass der blutige WM-Kampf seines schwer verletzten Schützlings Arthur Abraham auch bei ihm tiefe Spuren hinterlassen hat. «Ich muss dass alles mit meinem Gewissen hinkriegen», räumte Wegner am Montagabend in der Sendung Heimspiel des «Hessischen Rundfunks» ein.
Abraham hatte am Samstag in Wetzlar trotz eines doppelten Kieferbruchs durch einen Punktsieg gegen den Kolumbianer Edison Miranda den IBF-Titel im Mittelgewicht verteidigt. Wegner verteidigte die umstrittene Entscheidung, den 26 Jahre alten Berliner nicht aus dem Ring genommen zu haben, als vertretbar.
«Spiel mit dem Seil»«Es war ein Spiel mit dem Seil. Es gab keine andere Chance, um den Titel zu behalten. Wir sind ein Risiko eingegangen, denn vom Seil kann man auch runterfallen. Deshalb haben wir ihn permanent beobachtet», sagte der Coach.
Er sei frühzeitig über die Schwere der Verletzung Abrahams im Bilde gewesen. «Ich wusste, dass der Kiefer gebrochen war, war natürlich vom Arzt informiert. Aber ich musste ihn doch motivieren und konnte ihn in den schwersten Stunden nicht im Stich lassen», erklärte Wegner. Im Nachhinein habe sich die Entscheidung, den Kampf nicht abzubrechen, als richtig erwiesen und für Abraham ausgezahlt. «Jetzt ist der Junge ein Held», so Wegner. (nz)