15.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Hockey-Herren erneut im WM-Finale
Die deutsche Hockey- Herren können bei der Heim-WM ihren Titel verteidigen. Im Halbfinale gegen Spanien brachte erst das Siebenmeterschießen eine Entscheidung.
Dank Torhüter Uli Bubolz steht Weltmeister Deutschland auch bei der Hockey- Weltmeisterschaft im eigenen Land im Endspiel. Im Halbfinal-Krimi in Mönchengladbach gegen Europameister Spanien hielt Bubolz beim 3:1 der verjüngten DHB-Auswahl im Siebenmeterschießen zwei Schüsse; ein Ball der Iberer flog an den Pfosten. Nach 70 Minuten wie auch nach der Verlängerung hatte es 2:2 (1:1) gestanden.
Erneut gegen AustralienDie deutsche Mannschaft zog damit zum dritten Mal in ein WM-Finale ein. Dort kommt es am Sonntag (15.30 Uhr) zur Neuauflage des WM-Finales von 2002 gegen Australien. Der Olympiasieger behielt in seiner Vorschlussrunden-Begegnung zuvor mit 4:2 gegen Südkorea die Oberhand.
Vor 12.000 Zuschauern im zum vierten Mal bei diesem Turnier ausverkauften und stimmungsvollen Gladbacher HockeyPark brachten Björn Emmerling (20.) und Moritz Fürste (47.) die deutsche Elf zwei Mal in Führung. Santi Freixa (27.) und Alex Fabregas (47.) konnte für den starken Europameister jeweils egalisieren.
Starkes PressingAnders als vor zwei Tagen beim 0:0 gegen Südkorea sah sich die deutsche Mannschaft gegen die Iberer von Beginn an starkem Pressing ausgesetzt. So musste Torhüter Bubolz schon früh gegen den freistehenden Pol Amat seine erste Bewährungsprobe bestehen (4.). Die Gastgeber kamen mit dem druckvollen Spiel des Gegners nur schwer zurecht und wegen vieler leichter Fehler selbst kaum zu viel versprechenden Angriffen. Erneut Bubolz (16.) bewahrte sein Team bei der ersten spanischen Strafecke vor dem Rückstand.
Drei Minuten später stockte den Fans der Atem, als Timo Wess auf der Linie rettete. Per Videobeweis wurde geklärt, dass die Aktion des Kapitäns korrekt verlief. Im direkten Gegenzug ebenso unerwartet wie glücklich die Führung, als Emmerling einen Pass von Carlos Nevado ins Tor verlängerte. Die Deutschen ließen sich nun zu sehr zurückdrängen - und zu viele Strafecken zu: Nachdem der starke Bubolz zwei weitere glänzend pariert hatte, nutzte Freixa die vierte zum verdienten 1:1. Christopher Zeller (32.) hatte bei einem der wenigen Gegenzüge gar die erneute Führung auf dem Schläger, scheiterte aber knapp.
Offener SchlagabtauschNach dem Seitenwechsel gestaltete das verjüngte Weltmeister-Team die Partie offen. Nun klappte das Kombinationsspiel viel besser und das wurde auch belohnt. Nachdem Matthias Witthaus (39.) und Zeller (41.) noch gute Einschussmöglichkeiten ausgelassen hatten, staubte Youngster Fürste freistehend ab. Doch die Freude währte nur kurz: Umgehend stellte Fabregas den Gleichstand her.
Nachdem in der Verlängerung nicht mehr viel passierte, hatten die Deutschen im Siebenmeterschießen das Glück auf ihrer Seite. (nz)