netzeitung.deVerfahren gegen Calmund wird neu aufgerollt

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Reiner Calmund (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Reiner Calmund
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Reiner Calmund droht neuer Ärger. Das Landgericht in Köln hat die Einigung zwischen dem ehemaligen Manager von Bayer Leverkusen und der Ermittlungsbehörde kassiert.

Die Finanz-Affäre um den ehemaligen Bundesliga- Manager Reiner Calmund ist nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» doch noch nicht zu den Akten gelegt. Das Landgericht Köln hat danach die Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft Köln und den Anwälten von Calmund in dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue zurückgewiesen.

«Wir wissen davon nur vom Hörensagen», sagte dazu Calmunds Anwalt Stefan Seitz am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. «Doch selbst wenn es Nachermittlungen geben sollte, werden wir sie hundert Prozent unterstützen. Am Ergebnis wird das nichts ändern.»

Einigung mit den Ermittlungsbehörden
Im Juni hatte sich die Ermittlungsbehörde mit dem ehemaligen Manager des Fußball-Erstligisten Bayer Leverkusen verständigt, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 25.000 Euro einzustellen. Es ging um die Frage, wo 580.000 Euro geblieben waren, die Calmund im Juni 2003 aus der Kasse von Bayer genommen und in bar zunächst an den Spielervermittler Volker Graul ausgezahlt hatte. Calmund wie Graul versicherten, dass das Geld für vermeintliche Kaufoptionen des Clubs auf Profis vom Balkan vorgesehen war.

Die Erklärungen, für die sich in der Bayer-Buchhaltung keine Belege fanden, reichten dem Landgericht laut «Spiegel» nicht aus. «Offenbar gibt es da noch ein paar Fragen, die geklärt werden müssen», sagte Günther Feld, der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, nach Angaben des Nachrichtenmagazins.

Graul hatte bei seiner Vernehmung behauptet, dass Calmund und er sich am 17. Juni 2003 mit dem Spielervermittler Fali Ramadani und zwei Männern aus dem ehemaligen Jugoslawien in einem Restaurant in Hamburg getroffen und einen Teil der 580.000 Euro, nämlich 380.000 Euro, in bar an diese übergeben hätten. Graul sei damals eingeschüchtert und nervös gewesen, sagte Calmund. Namen wollte der ehemalige Bayer-Manager gegenüber den Fahndern nicht nennen, da Graul sich persönlich gefährdet sehe.

Kölner Gericht verlangt weitere Recherchen
Der Spielervermittler will von den beiden Kroaten nur die Vornamen gekannt haben: Dino und Branko. Auch könne er sich nicht mehr erinnern, welchem der beiden er das Geld übergeben und welcher die Quittung unterschrieben habe. Während der ermittelnde Staatsanwalt sich mit dieser Version zufrieden gab und nicht einmal Ramadani als Zeuge vernahm, verlangt das Kölner Gericht laut «Spiegel» weitere Recherchen. Nun müssten die Ermittler nachsitzen und herausfinden, wo die 580.000 Euro aus der Bayer-Kasse tatsächlich gelandet sind. Calmund-Anwalt Stefan Seitz erklärte, er sei über den angeblichen Klärungsbedarf des Landgerichts nicht informiert. (nz)