Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Beerbaum fehlt noch der Einzel-Erfolg

18. Aug 2006 09:51, ergänzt 10:40
Springreiter Ludger Beerbaum
Bild vergrößern
Die Veranstalter der Weltreiterspiele in Aachen hoffen auf ein großes Fest. Zum Gelingen sollen nicht unwesentlich möglichst viele Medaillen für die deutsche Mannschaft beitragen.

Von Michael Rossmann

Deutschlands zweitgrößte Sportveranstaltung in diesem Jahr will die Stimmung der Fußball-WM nutzen und den Pferdesport mit den zweiwöchigen Weltreiterspielen zu weiterer Popularität verhelfen. Die Voraussetzungen für die am Sonntag beginnenden Weltmeisterschaften in Aachen sind glänzend. «Wir haben den potentesten Veranstalter der Welt», lobt Reinhard Wendt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) die örtlichen Veranstalter und verspricht: «Das wird ein Fest.» Auch die sportlichen Voraussetzungen stimmen, denn in allen sieben Disziplinen haben die Gastgeber glänzende Chancen auf Medaillen - in den meisten sogar auf Gold.

Große Erwartungen

«Wir wollen die Begeisterung der Fußball-WM natürlich gerne mitnehmen», sagt Michael Mronz, Sprecher des Organisationskomitees. Und Klaus Pavel vom gastgebenden Aachen-Laurensberger Rennverein hofft: «Die Besucher werden die WM zu einem großen Fest machen und zum zweiten Mal in diesem Jahr zeigen, dass Deutschland eine begeisterungsfähige Sportnation ist.»

Die Größe der Veranstaltung ist beeindruckend und stellt die Tischtennis-WM Ende April in Bremen und die noch folgende Hockey-WM in Mönchengladbach klar in den Schatten. Allein die halbe Million Zuschauer, die rund 800 Sportler und 900 Pferde, die in Aachen erwartet werden, verdeutlichen die Dimensionen. Aber auch die mediale Präsenz ist riesig: Weltweit übertragen mehr als 140 TV-Sender, in Deutschland übertagen ARD und ZDF die wichtigsten Entscheidungen zur besten Sendezeit am Abend.

Gute Gold-Chancen

Augenzwinkernd weist Mronz darauf hin, dass es in Aachen «anders als beim Fußball auf jeden Fall deutsche Weltmeister geben wird». Deutschland ist die führende Pferdesport-Nation der Welt, gewann vor vier Jahren bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera wieder einmal die Medaillenwertung und gehört in fast allen Disziplinen zum Kreis der Favoriten.

Im Blickpunkt stehen besonders die drei olympischen Disziplinen, allen voran das Springreiten. «Wir sind mit der Mannschaft ganz klar Favorit», sagt Bundestrainer Kurt Gravemeier. Spätestens seit dem souveränen Sieg bei der Generalprobe während des CHIO an gleicher Stelle. «Die Form ist tatsächlich sehr gut», sagt auch Ludger Beerbaum, der bereits zwei WM-Titel mit dem Team gewann und dem in seiner langen Erfolgsstatistik nur der Einzel-Erfolg fehlt.

Beerbaum warnt allerdings: «In Jerez waren wir auch Favorit.» Nach dem enttäuschenden vierten Platz «haben wir ziemlich lange Gesichter gemacht». Anders als vor vier Jahren reduzierte der Bundestrainer aber vor der WM im eigenen Land die Zahl der Turnierstarts, nominierte das Team schon vor den deutschen Meisterschaften und ersparte den WM-Startern so vier schwere Runden. «Wir haben aus Jerez sicher gelernt», sagte Gravemeier: «Die Pferde sollen bei der WM fit sein, nicht vorher.»

Dressurreiter müssen kämpfen

Auch in der Dressur dürfen die Gastgeber auf Medaillen hoffen, allerdings kaum auf zwei goldene wie in Jerez. In der Teamwertung liegen die Niederländer inzwischen fast auf gleichem Niveau, schlugen vor knapp einem Jahr erstmals beim CHIO in Aachen das deutsche Quartett und haben mit der zweimaligen Olympiasiegerin Anky van Grunsven die überragende Reiterin der vergangenen Jahre im Team. «Das wird sicher spannend, und Anky ist im Einzel diejenige, die zu schlagen ist», sagte Bundestrainer Holger Schmezer.

Am ehesten ist das Titelverteidigerin Nadine Capellmann (Würselen) zuzutrauen. Mit Elvis besitzt sie einen hoffnungsvollen Nachfolger von Farbenfroh, mit dem sie vor vier Jahren den Einzeltitel gewann. «Elvis hat das Zeug, Salinero zu schlagen», sagt Schmezer zum Vergleich mit van Grunsvens Pferd. Allerdings könnte die WM für den neunjährigen Wallach ein Jahr zu früh kommen.

Neuanfang nach Athen-Debakel

Auch die Vielseitigkeitsreiter dürfen nach dem Debakel von Jerez, als kein deutscher Starter in die Wertung kam, wieder von Medaillen träumen. Seit den Olympischen Spielen, als ihnen in Athen nach einer umstrittenen Sportgerichts-Entscheidung der Sieg aberkannt wurde, gehören die Deutschen im Dreikampf zu Pferde wieder zur Weltklasse und kamen bei der letztjährigen EM im britischen Blenheim auf Rang drei. «Hans Melzer will immer von uns hören, dass wir Gold wollen, am liebsten im Chor», sagt die EM-Dritte Ingrid Klimke über die Erwartungen des Trainers.

Zuverlässige Titelsammler hat das deutsche Team auch in den vier nicht-olympischen Pferdesport-Wettbewerben, vor allem im Voltigieren und bei den Vierspännern. Beim Distanzreiten und beim Reining (Western-Reiten) gehören die Gastgeber nicht zu den Titelfavoriten, Medaillen in der Teamwertung erhoffen sich aber Vertreter beider Disziplinen. (dpa)

 
Drucken
Versenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Sportschauen
Zu weiteren Sportschauen
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
  •  Berlin 20°
  •  Hamburg 21°
  •  Köln 25°
  •  Frankfurt 26°
  •  Stuttgart 25°
  •  München 24°
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Aus anderen Ressorts
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.