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Lupe Heidler hält eigenem Druck nicht Stand

Hammerwerferin Betty Heidler hat ihre hohen Erwartungen bei der EM in Göteborg nicht erfüllen können. Den Europameistertitel gewann stattdessen eine russische Weltrekordlerin.

Von Andreas Schirmer

Die Olympia-Vierte Betty Heidler konnte dem Erwartungsdruck bei der Europameisterschaft in Göteborg nicht Stand halten. Mit einer Weite von 70,89 Meter wurde sie im Finale der Hammerwerferinnen nur Fünfte. Nach dem von ihr aufgestellten deutschen Rekord von 76,55 Meter wenige Tage vor der EM hatte die 22-Jährige die Hoffnungen auf eine Medaille beflügelt. Ihre Frankfurter Vereinskameradin Kathrin Klaas wurde mit 70,89 Meter Sechste. Die russische Weltrekordlerin Tatjana Lysenko ließ dagegen nichts anbrennen und holte mit einer Weite von 76,67 Metern Gold.

Viel Selbstvertrauen
Betty Heidler hatte in der Qualifikation mit 71,40 Metern im ersten Versuch noch ein klares Zeichen gesetzt und ihren Medaillenanspruch angemeldet. «Bei 71,40 Meter will ich nicht stehen bleiben», kündigte sie an. Zugleich war für sie das Erreichen des Finals auch ein Akt der Erleichterung. Schließlich war sie bei der WM 2005 in Paris in der Ausscheidung gescheitert und hatte beim Europacup Ende Juni in Malaga den Hammer drei Mal ins Netz gejagt.

Dabei hatte die bei der Bundespolizei angestellte Betty Heidler in dieser Saison Gelegenheit, viel Selbstvertrauen zu sammeln. Schließlich verbesserte sie vier Mal den deutschen Rekord, zuletzt anderthalb Wochen vor der EM bei einem Meeting in Leverkusen auf 76,55 Meter. «Der Rekord zeigt, dass da noch mehr drin ist», meinte Betty Heidler noch vor dem Endkampf. Einen neuen Weltrekord, den Tatjana Lysenko mit 77,41 Metern hält, in der jungen Frauen-Disziplin hatte sie sich zuvor schon nicht vorstellen können. «Hier geht es vor allem um den Titel, deshalb würde es mich überraschen», sagte sie. (dpa)