netzeitung.deKlüft peilt Titel im Siebenkampf an

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Carolina Klüft (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Carolina Klüft
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Carolina Klüft hat bei der Leichtathletik-EM in Göteborg beste Aussichten auf den Titel. Ihre ärgste Konkurrentin schied verletzt aus.

Von Andreas Schirmer

Siebenkampf-Ausnahmeathletin Carolina Klüft ist bei ihrem schwedischen Heimspiel auf dem Weg zum zweiten EM-Gold. Nach den ersten vier Disziplinen hat die 23-jährige Olympiasiegerin und Weltmeisterin am Montag bei der Europameisterschaft in Göteborg mit 3990 Punkten klar die Führung übernommen.

Klüft ohne echte Gegnerin
Zugleich musste ihre französische Erzrivalin Eunice Barber wegen einer Oberschenkelzerrung aufgeben und den Weg zum europäischen Gipfel für die Skandinavierin freigeben. «Carolina hat nun keine Gegnerin mehr, sie muss den Wettkampf nur noch kontrollieren», meinte auch Barber.

Eine gute EM-Premiere feierte Jennifer Oeser (Leverkusen), die mit 3725 Punkten auf Rang sechs liegt. «Das ist eine fantastische Leistung», freute sich Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), über ihren Einstand. Die Paderbornerin Lilli Schwarzkopf musste zunächst mit 3691 Punkten und Platz acht zufrieden sein. Wegen einer starken Erkältung trat die Regensburgerin Karin Ertl bereits vor Siebenkampf-Beginn wieder die Heimreise an.

Verletzungssorgen vor dem Hürdenlauf
Für Carolina Klüft scheint es jedoch eine etwas mühsame und schmerzhafte Titelverteidigung zu sein, da sie ebenfalls angeschlagen in das EM-Rennen ging. «Ich habe Probleme mit dem Oberschenkel und deshalb war der Hürdensprint der schlechteste Wettbewerb für mich», berichtete sie. Kurz vor dem Start war sie wegen ihrer Verletzungsprobleme in Tränen ausgebrochen, schlug sich aber tapfer.

Mit mäßigen 13,35 Sekunden über die 100 Meter und nur 1,89 Meter im Hochsprung war ihre geplante Jagd auf den Europarekord der Russin Larisa Nikitina (7007) bereits früh zur «Mission Impossible» geworden. Auch die 15,56 Meter im Kugelstoßen und 23,86 Sekunden über 200 Meter reichten nur noch, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Britin Kelly Sotherton beträgt recht komfortable 124 Punkte.

Großer Druck
«Der Druck war da, doch so weit hatte ich einen guten Tag», resümierte «Carro» Klüft. Schwieriger wäre ihre Gold-Projekt geworden, wenn Eunice Barber nicht hätte passen müssen. Schließlich hatte die 32 Jahre alte Athletin, die sich die Verletzung schon am Sonntag im Training zuzog, nach zwei Disziplinen geführt und war der Schwedin bei der Weltmeisterschaft 2005 in Helsinki nur knapp unterlegen.

«Ich bin gegen Carolina noch nie in Bestform, diesmal hatte ich sie», sagte Barber enttäuscht, «jetzt überlege ich, ob ich mit dem Siebenkampf aufhöre.» Schon am Freitag könnten die beiden großen Siebenkämpferinnen aber schon in der Weitsprung-Qualifikation wieder aufeinander treffen, wenn Barber bis dahin wieder fit wird. (dpa)