netzeitung.deBoßdorf fordert Garantien für «sauberen Sport»

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Hagen Boßdorf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hagen Boßdorf
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ARD und ZDF wollen gemeinsam beraten, ob auch im kommenden Jahr Livebilder von der Tour de France gesendet werden. Beim ZDF würde man auch gerne die Rennställe in die Pflicht nehmen.

Angesichts der Doping-Vorwürfe gegen den Gewinner der diesjährigen Tour de France, Floyd Landis, denkt die ARD über den Umfang ihrer Übertragungen von der «Großen Schleife» nach. Man erwarte, dass der Weg der konsequenten Doping-Bekämpfung auch von anderen Sportverbänden und Veranstaltern «intensiv fortgesetzt und unterstützt» werde, sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Freitag. «Nur vor diesem Hintergrund kann eine positive Entscheidung über die zukünftige Berichterstattung von Radsportveranstaltungen getroffen werden«, so Struve.
Keine Kurzschlussreaktionen
Nach dem jüngsten Dopingfall will das ZDF auch die Rennställe in die Pflicht nehmen. «Es stellt sich beispielsweise die Frage, ob es mit individuellen Strafen für die betroffenen Fahrer getan ist - oder ob nicht vielmehr auch die Rennställe sanktioniert werden müssen», sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender der in Kassel erscheinenden «HNA».

Eine ein- oder mehrjährige Sperre eines ganzen Rennstalls hätte nach seiner Ansicht einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen für Sponsoren und das gesamte Team. Brender bekräftigte erneut, dass das ZDF nur dann weiter über die Tour de France berichten werde, wenn es zu Veränderungen komme.

Warnung vor Kurzschlussreaktion
ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf warnte vor Kurzschlussreaktionen mit Blick auf die anstehenden Wettbewerbe. Sie würden der Sache nicht helfen, sagte Boßdorf im ARD-Mittagsmagazin. «Allerdings wollen wir von den Veranstaltern, Mannschaften und Verbänden klarere Garantien haben, wie man uns einen sauberen Sport anbieten kann, wenn wir darüber berichten», sagte Boßdorf.

Auch Struve empfiehlt, «im Moment nicht unüberlegt zu handeln». Doping sei nicht nur ein Problem des Radsports, sondern vieler Sportarten. Stiege man also aus dem Radsport aus, könne man konsequenterweise auch die Übertragungen von Sportarten wie Leichtathletik, Biathlon, Ski-Langlauf oder Schwimmen in Frage stellen, so der ARD-Programmdirektor.

Boßdorf kündigte einen «runden Tisch» mit den Kollegen des ZDF an. Wenn die Situation unüberschaubar werde, müsse man sich zurückziehen.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF berichten seit sieben Jahren gemeinsam über die Frankreich-Rundfahrt. Die anstehenden Großereignisse Deutschland-Tour und die Radsport-WM im September werden von der ARD wahrgenommen. (nz)