netzeitung.deMedien spekulieren über Fußball-Urteile

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Chefermittler Francesco Saverio Borrelli (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Chefermittler Francesco Saverio Borrelli
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Juventus Turin muss im italienischen Fußball-Skandal wohl den Weg in die Zweite Liga antreten. Dennoch hoffen die betroffenen Klubs im Berufungsverfahren auf mildere Urteile als zunächst erwartet.

Hoffen und Bangen vor der Urteilsverkündigung im italienischen Fußball-Skandal: Während sich das Berufungsgericht des nationalen Fußballverbandes FIGC am Dienstag zu internen Beratungen zurückzog, blühten unter Tifosi und in den Medien die Spekulationen.
Meistertitel für Inter Mailand?
Wie die Zeitung «La Gazzetta dello Sport» berichtete, neigten die Richter zur Milde: Allerdings müsse Rekordmeister Juventus Turin weiterhin mit dem Zwangsabstieg in die Zweite Liga rechnen. Unabhängig von dem für Dienstagabend erwarteten Urteil wurde bekannt, dass der Verband vermutlich Inter Mailand den Meistertitel 2005/2006 zusprechen werde.

Offiziell wollte sich der Vorsitzende Richter Piero Sandulli zur Urteilsverkündigung nicht äußern. Nach Informationen des staatlichen italienischen Fernsehens war diese nach Börsenschluss für etwa 20 Uhr vorgesehen. Eine Urteilsbegründung werde es zunächst nicht geben, hieß es.

Abstieg und Punktabzug
In erster Instanz waren Juventus, AC Florenz und Lazio Rom zum Zwangsabstieg in die Zweite Liga verurteilt worden. Außerdem erhielten die Vereine erhebliche Punktabzüge für die neue Saison, Juventus sogar 30 Punkte, was einen raschen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse erheblich erschweren würde. Außerdem wurden «Juve» die beiden letzten Meistertitel aberkannt. AC Mailand kann nach dem erstinstanzlichen Urteil zwar weiter in der «Serie A» spielen, muss aber nächste Saison auf die Teilnahme an der Champions League verzichten.

Die «Gazzetta» ging in ihren Spekulationen davon aus, dass «Juve» und Florenz, wie bereits in erster Instanz entschieden, absteigen müssen, aber im Berufungsurteil weniger Strafpunkte erhalten. Für Lazio sei ein Verbleib in der obersten Klasse eher möglich, meinte das Blatt.

Allerdings dürfte das juristische Gerangel weiter gehen: Bei einem «ungünstigen Urteil» drohen die Vereine, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen. Zudem nahm die Staatsanwaltschaft in Neapel bereits Ermittlungen wegen des Verdachts des Sportbetrugs auf. (nz)