Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Heftiges Medienecho auf Kopfstoß-Urteil

21. Jul 2006 13:40
Zidanes Kopfstoß und seine mediale Resonanz
Bild vergrößern
Nach dem Urteil in der Kopfstoß-Affäre zwischen Zinedine Zidane und Marco Materazzi im WM-Endspiel sehen sich offenbar beide Seiten als Verlierer. Jedenfalls, wenn man dem Medienecho vertraut.

Italien beklagt ein «fragwürdiges Urteil», die neutrale Sportwelt ist in Sorge vor einem Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen: Die vom Fußball-Weltverband verhängte Sperre gegen Italiens Nationalspieler Marco Materazzi wegen seiner verbalen Entgleisung gegen Zinedine Zidane im Finale der Weltmeisterschaft gegen Frankreich hat ein heftiges Medienecho hervorgerufen. Der Italiener hatte eine Sperre von zwei Spielen erhalten, der bereits zurückgetretene Zidane für seinen brutalen Kopfstoß drei.

Aufschrei der Empörung

Mehr in der Netzeitung:
  • Fifa sperrt Materazzi und Zidane 20. Jul 2006 15:19, ergänzt 15:57
  • Materazzi vor Fifa-Kommission 14. Jul 2006 13:59
  • Referee verteidigt Zidanes Platzverweis 14. Jul 2006 10:47
  • Materazzi grüßt Zidanes Mutter 13. Jul 2006 12:38, ergänzt 16:14
  • Zidane: Ich bedaure nichts 12. Jul 2006 20:10, ergänzt 20:34
  • Protokoll der Kopfstoß-Affäre 11. Jul 2006 15:26, ergänzt 15:34
  • «Nach dieser Norm ist Beleidigung strafbar. Ab jetzt kann also jeder Spieler, der im Spiel beleidigt wird - und das passiert an jedem Wochenende in jedem Land - die Fifa anrufen», fürchtet das spanische Blatt «Marca» nach dem Urteil von Zürich weit reichende Konsequenzen. Die Fifa habe eine Ungerechtigkeit begangen, weil sie Materazzi wegen der Verletzung der Ehre Zidanes für zwei Spiele gesperrt habe und den «Aggressor» nur für ein Spiel mehr.

    Besonders laut ist der Aufschrei der Empörung im Land des Weltmeisters. Von einem «fragwürdigen Urteil» sprach der «Corriere della Sera»: «Es ist das erste Mal, dass zusammen mit der Reaktion auch die Provokation verurteilt wurde. Aber das, was wirklich verwundert, ist der geringe Unterschied in der Bestrafung eines verbalen Angriffs und einer gewalttätigen Antwort.»

    Wenig Grund zur Zufriedenheit

    Ähnlich kritisch setzt sich «La Repubblica» mit dem Votum der Sportrichter auseinander. «Erstmals werden die Schimpfworte zwischen Spielern verurteilt. Da kommt der Verdacht auf, dass Materazzi dafür bezahlen muss, weil er Materazzi heißt, und dass Zidane teilweise gerettet wurde, weil er Zidane heißt. Mit anderen Nachnamen hätten wir wahrscheinlich ein anderes Urteil gehabt.»

    Für Italien gebe es wenig Grund zur Zufriedenheit, stellt «La Gazzetta dello Sport» fest. Unter der Überschrift «Zidane-Materazzi 3:2, Italien ist wütend» schreibt das Blatt: «Die Sanktionen für Zizou sind zu mild. Bei Materazzi wurde mit Strenge verfahren, nicht aber bei Zidane.»

    «Provokateur bestraft»

    Einen Präzedenzfall fürchtet der englische «Daily Telegraph». «Spieler, die schwer gegen die Regeln verstoßen wie Zidane im WM-Endspiel, könnten sich mit dem Argument verteidigen, sie seien provoziert worden. Das könnte zur Milderung ihrer eigenen Bestrafung führen und dazu beitragen, dass auch ihr Opfer bestraft wird.»

    Genugtuung kommt im Kommentar der französischen Sportzeitung «L'Equipe» zum Ausdruck. «Der Provokateur ist bestraft worden. Das ist eine Premiere, und darüber muss man sich freuen. Wenn das Anstiftern jeder Art zu denken gibt, umso besser.» Allerdings besitze das Urteil auch einen «bösen» Aspekt. «Materazzi wurde bestraft, weil er zugab, Zidane beleidigt zu haben. Ohne dieses Eingeständnis hätte er wegen fehlender Beweise nicht bestraft werden können. Die Fifa verbindet so auch auf gefährliche Weise die Provokation mit der Reaktion des Provozierten», meinte «L'Equipe». (nz)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Sportschauen
    Zu weiteren Sportschauen
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Schalke holt holländischen Nationalspieler: 
    Mündliche Einigung im Fall Engelaar
    Klasnic wechselt nach Spanien: 
    Ivan auf Mallorca
     
    Abschied von der Nationalelf auf der Fanmeile: 
    «Für Schweini tue ich alles»
    Live Top 5
    Zur Autogazette
    Aus anderen Ressorts

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.