20. Jul 2006 15:19, ergänzt 15:57
Nicht nur der Sünder, sondern auch das Opfer des Kopfstoßes im WM-Finale sind bestraft worden. Das Urteil des Fußball-Weltverbandes fiel wider Erwarten recht milde aus.
«Ich entschuldige mich bei den Kindern, die das gesehen haben», hatte der Franzose drei Tage nach seinem Kopfstoß in einem Fernseh-Interview gesagt und festgestellt: «So etwas ist unentschuldbar, Ich muss es laut und deutlich sagen, weil es von zwei bis drei Milliarden Fernsehzuschauern und Abermillionen Kindern gesehen wurde.»Der italienische Nationalspieler, der Zidanes Ausraster beim WM-Endspiel in Berlin provoziert hatte, muss zwei Partien aussetzen und 3200 Euro zahlen.
Mit diesen Strafen zog die fünfköpfige Disziplinarkommission des Weltverbandes Fifa am Donnerstag nach einer Verhandlung hinter verschlossenen Türen in Zürich einen Schlussstrich unter die Vorkommnisse in der 110. Minute des WM-Finales, die Schiedsrichter Horacio Elizondo aus Argentinien mit einer Roten Karte für den französischen Mittelfeldstar bestraft hatte. Nach Zidanes Platzverweis beim Stande von 1:1 hatte Frankreich das Endspiel im Elfmeterschießen verloren.
Beide Spieler gaben zu Protokoll, dass die Äußerungen Materazzis zwar ehrverletzend, aber nicht rassistischer Natur waren. Bei den Befragungen hatten sich sowohl Zidane als auch Materazzi ausdrücklich bei der Fifa für ihr Verhalten entschuldigt und die Vorkommnisse bedauert. Deshalb gab es keine weiteren Konsequenzen.
Die Rote Karte von Berlin war bereits der 14. Platzverweis in Zidanes Laufbahn gewesen. Im Gegensatz zu Materazzi war Zidane am Donnerstag in Zürich anwesend und wurde eineinhalb Stunden lang angehört. (nz)