Nur wenige Athleten beherzigten am Samstag vor 5000 Zuschauern die Forderung von DLV-Präsident Clemens Prokop, sich bei der zweitägigen Leistungsschau im Donaustadion für die negativen Eindrücke vom Europapokal im spanischen Malaga zu rehabilitieren. Die deutsche Rekordhalterin Betty Heidler (Frankfurt) glänzte allerdings bei ihrer souveränen Titelverteidigung im Hammerwerfen mit 73,59 m im vierten Versuch und vier Weiten über 71 Meter.«Das war ein schwieriger Wettkampf. Ich bin echt froh, dass es mit der Serie und dem gültigen ersten Versuch so gelaufen ist», sagte die 22-Jährige. In Malaga war sie ohne gültigen Versuch geblieben. «Bei der EM will ich eine gute Leistung zeigen. Die Platzierung spielt eine zweitrangige Rolle. Wenn eine Medaille rauskommt, umso besser», blickt sie voraus.
Als die besten 100-m-Sprinter erwiesen sich bei Gegenwind Verena Sailer (Fürth/München/11,62) und zum zweiten Mal nach 2004 Ronny Ostwald (Wattenscheid/10,32). Im Hürdensprint setzten sich mit Thomas Blaschek (Leipzig) und der WM-Vierten Kirsten Bolm (Mannheim) in 13,38 und 12,84 Sekunden die favorisierten Titelverteidiger durch. Blaschek stellte seine Saisonbestzeit ein, für EM-Medaillenhoffnung Bolm war es der sechste Titelgewinn seit dem Jahr 2000.
Das Speerwurfduell entschied die Olympia-Zweite Steffi Nerius (Leverkusen) mit 65,71 m vor der WM-Zweiten und Europarekordlerin Christina Obergföll (Offenbach/64,07) für sich - beide bilden ein starkes EM-Duo. Nach der kurzfristigen Absage der Olympia-Zweiten Nadine Kleinert (Magdeburg), deren EM-Teilnahme wegen einer Schulterverletzung stark gefährdet ist, war der erste Sieg von Europapokalgewinnerin Petra Lammert im Kugelstoßen mit 18,89 m nur eine Formsache. Wegen einer Fingerverletzung verzichtete die Neubrandenburgerin aber auf ihre beiden letzten Versuche. (nz)