12. Jul 2006 12:46
Grünen-Sportexperte Hermann hat den Rücktritt von Fußball-Bundestrainer Klinsmann mit Bedauern aufgenommen. Er geht aber davon aus, dass sein Konzept vom neuen Teamchef Löw «nicht ad acta» gelegt wird.
Zuvor hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Joachim Löw als neuen Bundestrainer präsentiert. Der scheidende Cheftrainer Klinsmann hatte Löw für seine Nachfolge vorgeschlagen.Grünen-Politiker Hermann geht davon aus, dass mit Löw das «Konzept Klinsmann nicht ad acta gelegt wird», weil er «Teil des neuen Ansatzes» sei. «Die Frage ist, ob Löw es schafft, den neuen Stil mit derselben Autorität durchzusetzen», sagte Hermann mit Blick auf die teils heftige Kritik an Klinsmann in den zwei Jahren vor der WM. «Man muss ein starkes Selbstbewusstsein haben, um den vielen Querschüssen aus Teilen des DFB und der 'Bild'-Zeitung widerstehen zu können.»
Hermann setzt dabei auf einen Generationswechsel auch unter den DFB-Funktionären. Theo Zwanziger sei dafür der «richtige Mann» an der Verbandsspitze. Er habe «erkannt, worauf es ankommt». Fußball müsse als «Chance zur sozialen Integration» gesehen werden, mahnte Hermann. Überdies müsse die Nachwuchsarbeit, die «über viele Jahre vernachlässigt» worden sei, gestärkt werden.Mit Blick auf die Nationalmannschaft äußerte Hermann die Hoffnung, dass die Spieler nach einer «Phase der Entspannung» an den WM-Erfolg anknüpfen können und eine «Steigerung zur EM hinbekommen». Löw müsse nicht einmal experimentieren: «Klinsmanns Vorarbeit ist bestens».