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Lupe Fechter überzeugen bei EM

Die deutschen Fechter feiern das erfolgreichste Abschneiden bei einer Europameisterschaft seit 2001. Den größten Erfolg sicherte Degenfechterin Claudia Bokel.

Von Marc Zeilhofer und Peter Rolock,

Stuttgart/Izmir (dpa) - Nach den erfolgreichsten Europameisterschaften seit Koblenz 2001 blicken die deutschen Fechter mit breiter Brust auf die Weltmeisterschaften im Oktober in Turin. Die Damendegen-Mannschaft holte am Samstag im türkischen Izmir die Bronzemedaille und gewann damit das vierte deutsche Edelmetall. Einzel-Europameisterin Claudia Bokel (Tauberbischofsheim), Imke Duplitzer (Bonn), Britta Heidemann und Marijana Markovic (beide Leverkusen) verloren zunächst das Halbfinale gegen Vize-Weltmeister Ungarn mit 27:33 Treffern. Im Gefecht um Platz drei wurde Olympiasieger Russland 45:27 bezwungen.

Erste Garde
«Unser Ziel bleibt die WM und dort das Mannschaftsgold. Ich habe hier gut Selbstvertrauen getankt», sagte Claudia Bokel, die mit ihrem Titel ebenso überraschte wie der Florettfechter Ralf Bißdorf. «Ich finde es absolut wichtig, mit der ersten Garnitur zu einer EM zu fahren», sagte der 35-jährige Heidenheimer zur Entscheidung des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), wie auch andere Länder die kontinentalen Titelkämpfe im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wieder mit der ersten Garde zu besetzen. Hauptgrund dafür war die geänderte Olympia-Qualifikation, die künftig auch die EM-Ergebnisse berücksichtigt. Zudem wollte der DFeB auch die gute Weltcup-Saison mit über 40 Podestplatzierungen in Medaillen ummünzen.

Einzig die Degenherren blieben nach einer schlechten Saison daheim und konzentrieren sich auf Turin. Am Schlusstag verpasste das Florett-Team der Damen weiteres Edelmetall durch ein 31:35 im Viertelfinale gegen Polen. Vize-Weltmeisterin Anja Müller, Katja Wächter, Carolin Golubytskyi und Sandra Bingenheimer (alle Tauberbischofsheim) wurden durch ein 27:30 gegen Italien Sechste. Russland gewann Florett-Gold durch ein 28:27 gegen Rumänen. Ungarns Degenherren besiegten im Finale Polen 45:31.

Rumäninnen siegen im Degen
Der Titel bei den Degendamen ging an Rumänien, das Vize-Weltmeister und Deutschland-Bezwinger Ungarn im Finale 33:32 bezwang. «Es ist keine Schande, gegen Ungarn zu verlieren», sagte Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar, aber Britta Heidemann meinte: «Ich habe mich ziemlich geärgert über die Niederlage gegen Ungarn. Wir müssen auch einen Zwei-Punkte-Rückstand aufholen können.»

Die deutschen Säbelherren unterlagen im Viertelfinale Weltmeister Russland 31:45 und wurden nach einem 36:45 gegen Frankreich Sechste. Gold ging erneut an Rumänien, das 45:40 gegen Ungarn gewann. Gegen den übermachtigen Favoriten Russland hatte «mit einem Sieg keiner gerechnet», sagte Säbel-Bundestrainer Jo Rieg. Dabei hatte es zunächst nach einer Sensation ausgesehen, als der Koblenzer Dennis Bauer trotz einer Armverletzung 13:5 gegen Vize-Weltmeister Stanislaw Posdniakow gewann und Deutschland zwischenzeitlich wieder auf 16:18 heranbrachte. Doch gegen die Russen konnten er und Nicolas Limbach (Dormagen), Björn Hübner (Tauberbischofsheim) und Christian Kraus (Eislingen) nichts ausrichten. (dpa)