30.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Rudolf Scharping
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Rudolf Scharping, Präsident des Deutschen Radsport-Bundes, sieht den Ausschluss von Jan Ullrich als Zeichen für einen «sauberen Sport». Im Kampf gegen das Doping haben sich auch andere Prominente aus Sport und Politik zu Wort gemeldet.
«Die Entscheidung des Teams T-Mobile ist klar und konsequent«, so Scharping. «Sie macht deutlich: für einen sauberen Radsport wird gehandelt, gleich, um welchen Namen es im Einzelnen geht. Der Bund Deutscher Radfahrer e. V. unterstützt diese Linie. Denn nur ein sauberer Sport kann sich die überaus große Popularität, das Vorbild für jüngere Menschen und auch das Vertrauen der wirtschaftlichen Partner erhalten.«
«Nicht das Ende des Radsports»»Dieser Verantwortung müssen sich gerade populäre Sportler stellen«, so der ehemalige Kanzlerkandidat weiter. «Ihr mögliches Fehlverhalten stellt nämlich nicht nur einen schwerwiegenden Verstoß gegen Regeln des fairen Wettkampfes dar, sondern überdeckt und beeinträchtigt die Jugend- und Nachwuchsarbeit von tausenden von Vereinen und Ehrenamtlichen ebenso wie die sportliche Leistung und Haltung der großen Zahl fairer Leistungssportlerinnen und Leistungssportler.»
Ein Karriereende von Jan Ullrich werde aber nicht das Ende des Radsports in Deutschland sein, sagte der frühere SPD-Vorsitzende dem Sender N24.
Unterdessen fordert der Präsident des Deutschen Sportbundes Dr. Thomas Bach eine schnelle und umfassende Aufklärung des Doping-Skandals. Jan Ullrich, so Bach, könnte sich selbst helfen und mit einem eindeutigen Ergebnis in einem DNA-Test den Fall aufklären. In der vorbehaltlosen Mitwirkung Ullrichs liege eine Chance für ihn selbst und für den Anti-Doping-Kampf. »Alle Beteiligten müssen die Situation als Chance im Anti-Doping-Kampf begreifen«, erklärte der DOSB-Präsident.
Darüber hinaus zeige der Vorgang erneut, dass die Erfolge beim Anti-Doping-Kampf immer dann am größten seien, wenn es gelinge, an die Hintermänner und professionellen Drahtzieher des Doping-Betruges heranzukommen. «Wenn wir die Zellen und Netzwerke offen legen und gleichzeitig präventiv arbeiten, packen wir das Übel an der Wurzel», so Bach.
«Trauriger Tag»Eine weitere Stimme kommt vom Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Er hat die Entscheidung, den deutschen Fahrer Jan Ullrich nicht an der Tour de France teilnehmen zu lassen, als richtig bezeichnet. Im ARD-Mittagsmagazin sprach der CDU-Politiker am Freitag zwar von einem «traurigen Tag». Er fügte aber hinzu, dass das Team Telekom die richtige Entscheidung getroffen und Ullrich suspendiert habe, auch wenn es keine Vorverurteilung geben sollte. «Wir nehmen den Kampf gegen Doping ernst». (nz)