30. Jun 2006 12:46, ergänzt 14:35
Das T-Mobile-Team ist mit der Suspendierung von Jan Ullrich nur den Tour-Veranstaltern zuvor gekommen. Die greifen bei Doping-Vorwürfen diesmal rigoros durch.
Die Tour-Organisatoren wollen diesmal einen knallharte Linie verfolgen. Sie haben kurzerhand alle Radprofis ausgeschlossen, deren Namen im Zusammenhang mit dem spanischen Dopingskandal genannt werden. Darauf haben sich die Teamchefs laut Tour-Direktor Christian Prudhomme geeinigt. Die spanische Zeitung «El País» hatte im Vorfeld über 58 Radprofis berichtet, die unter dem Verdacht des Blutdopings stehen. Die Team können aber keine Ersatzfahrer nachnominieren. Das Team T-Mobile wird somit nur mit sieben Fahrern antreten. Dass das T-Mobile-Team in Sachen Ullrich erst am Vortag des Tour-Starts gehandelt hat, lag laut Stefan Wagner nicht am Rennstall. «Wir hatten sofort um Akteneinsicht ersucht», sagte der Teamsprecher der Netzeitung. Doch hätten die Tour-Organisatoren eben erst am Freitag reagiert. «Warum, wissen wir nicht.» Ullrich und Sevilla waren am Morgen auf dem Weg zur Pressekonferenz, als sie von ihrem Ausschluss informiert wurden.
Ullrich selbst fühlt sich in einer ersten Reaktion als Opfer. «Ich war in einer Bombenform und könnte heulen, weil ich jetzt nach Hause fahren muss». Ullrich, der inzwischen in seine schweizerische Wahlheimat abgereist ist, will sich wehren. «Gemeinsam mit meinen Anwälten werde ich dann versuchen, meine Unschuld zu beweisen.»
Ullrichs Manager Wolfgang Strohband wollte zum aktuellen Geschehen gegenüber der Netzeitung am Freitag keine Stellungnahme abgeben. «Ich habe jetzt keine Zeit für solche Dinge.» (nz)