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Moggi holt zum Rundumschlag aus

28. Jun 2006 11:16, ergänzt 14:34
Luciano Moggi
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Luciano Moggi sieht sich nicht als den Hauptschuldigen im italienischen Fußball-Skandal. Der frühere Juventus-Manager habe sich nur gegen die wirklich Schuldigen verteidigen wollen.

Vor dem Prozessauftakt im italienischen Fußball- Skandal hat der mutmaßliche Drahtzieher der Spielmanipulationen Luciano Moggi zum Gegenschlag ausgeholt. «Ich bin kein Monster», verteidigte sich der frühere Manager des Rekordmeisters Juventus Turin und beschuldigte vor allem den zurückgetretenen Fußballverbandspräsidenten Franco Carraro und den AC Mailand. «Wir haben uns nur gegen Carraro verteidigt, der gegen Juve war», behauptete der 68-Jährige in einem Fernsehinterview. «Carraro und diejenigen, die das Fernsehen kontrollieren, haben in Wirklichkeit die Macht im italienischen Fußball» sagte der mutmaßliche «Fußball-Pate» in Anspielung auf Medienzar und Milan-Besitzer Silvio Berlusconi. «Ohne mich wird der Fußball nicht besser», sagte Moggi.

Moggi will nicht aussagen

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  • In dem an diesem Donnerstag in Rom beginnenden Sportgerichts-Prozess will der «Herr des Balles» nicht aussagen. Mit seinem Rücktritt sei er kein Mitglied des Fußballverbands (FIGC) mehr und unterliege damit nicht mehr der Sportgerichtsbarkeit. Gegenüber den ermittelnden Staatsanwaltschaften in Turin, Rom und Neapel musste Moggi jedoch bereits aussagen. Auch hier hatte Moggi behauptet, «nie eine Bevorzugung» von den Schiedsrichterkoordinatoren Paolo Bergamo und Pierluigi Pairetto verlangt zu haben. Vor den Zivilgerichten kommt ein Prozess wegen Nötigung, Sportbetrug und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung auf Moggi und seine Komplizen zu.

    Der gesamte Moggi-Clan steht auch in Rom vor dem Sportgericht: 26 Vereins- und Verbandsfunktionäre, Schieds- und Linienrichter sowie die vier Top-Clubs Juventus Turin, AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom müssen sich wegen Sportbetrugs und Unsportlichkeit verantworten. Rekordmeister Juve droht der Zwangsabstieg in die zweite Liga sowie die Aberkennung der letzten beiden Meistertitel, AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom wohl nur Punktabzüge.

    Anklage am Donnerstag

    Die von Stefano Palazzi auf Basis der Ermittlungen des früheren Mailänder Oberstaatsanwalts Francesco Saverio Borelli geführte Anklage wird am Donnerstag verlesen. Danach werden die Verteidiger in dem Maxi-Prozess versuchen, die Manipulationsvorwürfe gegen ihre Mandanten zu entkräften. Während die Juve-Verteidiger mit einer aufwendigen Statistik nachweisen wollen, dass Juve durch Moggis angebliche Schiedsrichterbeeinflussungen in der Saison 2004/2005 überhaupt keine Vorteile in den Liga-Spielen erwachsen sind, konzentrieren sich andere Anwälte auf angebliche Verfahrensfehler.«Juve hat von allem gewusst, ich habe nie etwas in Eigeninitiative getan», belastete Moggi seinen Ex-Club, der ihn im übrigen nicht gefeuert habe. «Ich bin selbst zurückgetreten», sagte Moggi.

    Das Verbandsgericht ist jedoch fest entschlossen, bis zum 9. Juli die Urteile zu sprechen. Die Berufungsurteile sollen bis zum 20. Juli gefällt sein, so dass der FIGC noch rechtzeitig bis zum 27. Juli gemäß einer dann neu geordneten Liga-Tabelle die italienischen Teilnehmer an den Europacup-Wettbewerben melden kann. (nz)

     
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