28. Jun 2006 11:16, ergänzt 14:34
Luciano Moggi sieht sich nicht als den Hauptschuldigen im italienischen Fußball-Skandal. Der frühere Juventus-Manager habe sich nur gegen die wirklich Schuldigen verteidigen wollen.
In dem an diesem Donnerstag in Rom beginnenden Sportgerichts-Prozess will der «Herr des Balles» nicht aussagen. Mit seinem Rücktritt sei er kein Mitglied des Fußballverbands (FIGC) mehr und unterliege damit nicht mehr der Sportgerichtsbarkeit. Gegenüber den ermittelnden Staatsanwaltschaften in Turin, Rom und Neapel musste Moggi jedoch bereits aussagen. Auch hier hatte Moggi behauptet, «nie eine Bevorzugung» von den Schiedsrichterkoordinatoren Paolo Bergamo und Pierluigi Pairetto verlangt zu haben. Vor den Zivilgerichten kommt ein Prozess wegen Nötigung, Sportbetrug und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung auf Moggi und seine Komplizen zu.Der gesamte Moggi-Clan steht auch in Rom vor dem Sportgericht: 26 Vereins- und Verbandsfunktionäre, Schieds- und Linienrichter sowie die vier Top-Clubs Juventus Turin, AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom müssen sich wegen Sportbetrugs und Unsportlichkeit verantworten. Rekordmeister Juve droht der Zwangsabstieg in die zweite Liga sowie die Aberkennung der letzten beiden Meistertitel, AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom wohl nur Punktabzüge.