netzeitung.deAuch Niederlanden droht Fußball-Skandal

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Auch in den Niederlanden ermittelt die Justiz gegen Fußball-Klubs und diverse Spieler. Der nationale Fußball-Verband fordert eine lückenlose Aufklärung.

Die niederländische Justiz hat eine «sondierende Untersuchung» über eventuelle betrügerische Machenschaften im Fußball begonnen. Der niederländische Fußball-Bund KNVB werde die Justiz bei ihren Nachforschungen nach Kräften unterstützen, kündigte KNVB- Direktor Henk Kessler am Donnerstag an.

«Jeder Stein muss umgedreht werden», sagte er in einer Reaktion auf Angaben über Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Zeitung «De Telegraaf» (Donnerstags-Ausgabe). Er werde in Kürze die Fifa über die von der Justiz inzwischen bestätigten Nachforschungen in Kenntnis setzen, kündigte Kesler an.

Die niederländische Justiz hat nach Keslers Angaben den Fußball- Bund bereits vor sechs Wochen über die Ermittlungen informiert. Um welche Klubs oder um welche Spieler es gehe, könne er nicht sagen, berichtete er. Kesler wollte nicht ausschließen, dass es im niederländischen Profi-Fußball illegale Praktiken gebe. Dem Verband seien aber keine auffälligen Spielsituationen bekannt geworden.

Extrem hohe Ausgaben
Nach Darstellung der Zeitung sind die Vorermittlungen durch Geldausgaben von Spielern aus Klubs der beiden obersten Fußball-Ligen der Niederlande ausgelöst worden. Einige hätten mehr Bargeld für teure Autos und luxuriöse Häuser ausgegeben, als sie sich nach ihren Gehältern hätten leisten können. Dies soll zu Vermutungen geführt haben, dass ausländische Wettsyndikate auch in den Niederlanden aktiv seien.

Kesler sagte, selbst keine Anhaltspunkte dafür zu haben. «Ich dachte immer, dass wir in den Niederlanden zu kalvinistisch sind für so etwas», meinte er vor Journalisten. Aus Deutschland, Belgien und Italien seien solche Aktivitäten allerdings bekannt geworden. (nz)