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Lupe Leichtathletin Bolm nimmt nächste Hürde

Nach vielen Rückschlägen in ihrer Karriere hat sich die Hürdensprinterin Kirsten Bolm in der Weltelite etabliert. Für die bevorstehende Freiluft-Saison hat sie einen ganz besonderen Wunsch.

Von Robert Freiberg

Nach eigener Aussage ist der Spaß für Kirsten Bolm vorbei. Nach dem Ende der Hallen-Saison, die für Deutschlands beste 100m-Hürdensprinterin lediglich einen «Spaßfaktor» darstellte, hat sie nun mit einem Trainingslager in Südafrika die Vorbereitung auf die Freiluft-Saison eingeläutet. Deren Höhepunkt wird zweifelsohne die Europameisterschaft in Göteborg (8. bis 13. August) sein. Nach ihrem späten internationalen Durchbruch 2005 besteht für die 31 Jahre alte Athletin berechtigte Hoffnung auf eine Medaille.

«Wünsch mir schlechtes Wetter»
Um diesem Ziel näher zu kommen, äußerte die Sprinterin im Vorfeld schon mal ein ganz besonderes Anliegen. «Für Göteborg wünsche ich mir schlechtes Wetter. Dann habe ich bessere Chancen gegen die kleineren Athletinnen», sagt die 1,81 Meter «große Blonde» schmunzelnd. Eine regennasse Laufbahn würde ihr entgegenkommen, da Bolm nicht unbedingt als gute Starterin gilt. «Ich bin mir meiner Schwächen gegenüber antrittstarker Konkurrenz bewusst. Aber selbst, wenn es am Start nicht gut läuft, weiß ich, dass ich hinten heraus noch viel gut machen kann», sagt die Hürdenspezialistin.

Im letzten Jahr katapultierte Bolm ihre persönliche Bestzeit um 21 Hundertstel auf 12,59 Sekunden. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte die Psychologiestudentin bei der Weltmeisterschaft in Helsinki mit einem hervorragenden vierten Platz im Finallauf. «Da die drei vorderen Plätze bei der WM 2005 von nicht-europäischen Athletinnen besetzt worden waren, hat Kirsten Bolm sehr gute Chancen, in Göteborg eine Medaille zu holen», blickt Gerhard Janetzky, Geschäftsführer des Berliner Leichtathletik-Meetings ISTAF, optimistisch in Richtung Schweden.

Von Verletzungen geplagt
Zu wünschen wäre es der sympathischen Mannheimerin. Immer wieder wurde Bolm von Verletzungen heimgesucht. Zwangspausen prägten ihren Alltag. Jahrelang musste sie aufgrund von Rücken- und Achillessehnenproblemen immer wieder pausieren. Ihre bitterste Erfahrung machte sie ausgerechnet bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, als ihre Verletzungsmisere mit einem Muskelriss im Halbfinale ihren negativen Höhepunkt fand.

Doch aufgeben kam für Bolm nicht in Frage. «Ich bin zielstrebig. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, lasse ich mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen«, beschreibt sie ihr Lebensmotto.

Diese Einstellung hat sich für Kerstin Bolm im letzten Jahr bezahlt gemacht, und in diesem Jahr soll das wieder so sein.