04.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Flensburg-Handewitt steht im Halbfinale
Die SG Flensburg-Handewitt hat das Halbfinale der Handball- Champions-League erreicht. Im EHF-Pokal stehen gleich zwei Bundesligisten in der nächsten Runde.
Die SG Flensburg-Handewitt steht im Halbfinale der Champions League. Der deutsche Vizemeister verlor zwar das Viertelfinal-Rückspiel gegen Meister THW Kiel mit 32:34 (16:17), kam aber dank des 32:28-Erfolgs im Hinspiel eine Runde weiter. In den Schlusssekunden der dramatischen Partie vergab der THW bei eigenem Ballbesitz die Chance zum 35:31, das für die Überraschung genügt hätte. Im Gegenzug gelang Lars Christiansen die endgültige Entscheidung.
Vor 6500 Zuschauern in der Campushalle war Christiansen mit 13 Treffern auch erfolgreichster Flensburger Werfer; für Kiel traf Nikola Karabatic zehn Mal. «Wir sind eine der besten Mannschaften der Welt», jubelte SG-Kreisläufer Johnny Jensen, der trotz Krankheit spielte und zu den besten Flensburgern gehörte.
Torhüter Holpert als RückhaltDie Gastgeber begannen hoch konzentriert und ließen zunächst nur beim 0:1 einen Rückstand zu. Danach erwies sich wie schon im Hinspiel Torhüter Jan Holpert als großer Rückhalt. Im variablen Angriffsspiel der SG überzeugte Blazenko Lackovic, der selbst zwei frühe Tore erzielte und immer wieder die Außen in Szene setzte. Davon profitierte vor allem Christiansen, der in der ersten Hälfte sechs Mal traf. In der 13. Minute lag Flensburg erstmals mit vier Toren in Führung (9:5).
Nach einer Viertelstunde schlichen sich jedoch erste Nachlässigkeiten ins Spiel der Gastgeber ein. Sowohl im Abschluss als auch im Passspiel fehlte die letzte Präzision. Kiel kämpfte sich Tor um Tor heran, glich zum 13:13 aus (23.) und legte anschließend sogar einen Treffer vor. In dieser Phase übernahm der französische Europameister Karabatic die Verantwortung und erzielte wichtige Tore per Siebenmeter und aus dem Spiel heraus.
Spannende SchlussphaseNach der Pause blieb die Partie lange offen. Bis zur 46. Minute, als Viktor Szilagyi für Kiel zum 24:26 traf, konnte keines der beiden Teams mit mehr als einem Tor in Führung gehen. Mit dem Treffer zum 29:32 durch Marcus Ahlm (56.) schien erstmals die Überraschung greifbar, zumal anschließend Frode Hagen einen Siebenmeter zum ersten Vier-Tore-Vorsprung verwandelte. Ein ungenaues Zuspiel in den dramatischen Schlusssekunden machte die Hoffnungen der Kieler jedoch zunichte. Christiansen traf ins leere Tor der Kieler.
Die Halbfinal- Begegnungen werden am kommenden Dienstag (7. März) ausgelost. Die Hinspiele finden am 25./26. März statt, die Rückspiele am 1./2. April.
Gummersbach trotz Niederlage weiterIm EHF-Pokal erreichte der VfL Gummersbach die Vorschlussrunde. Nach einem 35:26-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel konnte sich das Team von Trainer Welimir Kljaic im Rückspiel beim spanischen Vertreter Bidasoa Irun eine 26:30 (11:12)-Niederlage erlauben. Vor 2000 Zuschauern reichte Gummersbach in Spanien eine konzentrierte Leistung. Auch Frisch Auf Göppingen kämpft hier um den Finaleinzug. Nach dem 29:24-Hinspielerfolg bei GOG Svendborg Gudme entschieden die Schwaben auch das Rückspiel gegen den dänischen Erstligisten mit 37:32 (20:19) für sich.
Bei den Pokalsiegern kämpft die HSG Nordhorn um den Finaleinzug. Der Bundesligist qualifizierte sich mit einem 26:25 (13:13)-Erfolg beim Schweizer Vertreter Kadetten Schaffhausen erstmals für das Halbfinale. Die Niedersachsen hatten bereits das Hinspiel in eigener Halle 36:21 gewonnen und konnten das Rückspiel vor 1225 Zuschauern gelassen angehen. (nz)