netzeitung.deKleines DLV-Aufgebot zur Hallen-WM

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Ralf Bartels (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ralf Bartels
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Gerade einmal 16 deutsche Leichtathleten werden bei der Hallen-WM in Moskau an den Start gehen. Bei einigen Nominierungen blieb der Verband hart.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nimmt mit 16 Athleten an den Hallen-Weltmeisterschaften vom 10. bis 12. März in Moskau teil und hofft auf drei bis vier Medaillen. «Die Medaillenprognose liegt zwischen null und vier, wobei drei Medaillen realistischer und null möglich sind», sagte der Leitende DLV- Bundestrainer Jürgen Mallow nach den deutschen Titelkämpfen in Karlsruhe. Vor zwei Jahren in Budapest hatte nur Hallen-Europameister und Olympia-Finalist Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg) als Dritter über 200 Meter eine WM-Medaille unter dem Hallendach gewonnen. Diese Strecke wurde inzwischen aber aus dem WM-Programm gestrichen.

An der Spitze des Moskau-Teams stehen der WM-Dritte im Kugelstoßen, Ralf Bartels (Neubrandenburg), Stabhochspringer Tim Lobinger (Köln), der 2003 in Birmingham Hallen-Weltmeister war, und die Olympia-Zweite im Kugelstoßen Nadine Kleinert (Magdeburg). Bartels führt auch die deutsche Mannschaft zum 3. Hallen-Europacup am kommenden Sonntag in Lievin/Frankreich an. Dafür wurden in den Einzelentscheidungen bis auf wenige Ausnahmen die deutschen Hallen-Meister berücksichtigt. Nach Moskau entsendet der DLV neun Männer und sieben Frauen in insgesamt elf von 26 Entscheidungen. Hürdensprinter Mike Fenner (Wattenscheid), dem 1/100 Sekunde fehlte und Junioren- Weltrekordlerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) im Stabhochsprung wurden nominiert, ohne die interne WM-Norm erfüllt zu haben.

Bartels und Lobinger als Hoffnungsträger
Mallow bezeichnete die 21,43 Meter von Kugelstoßer Bartels als eine «explosionsartige Verbesserung». Er bedauerte, dass es nur zwei Startplätze im Stabhochsprung gibt. Björn Otto (Uerdingen/ Dormagen) blieb als Dritter mit 5,75 Meter auf der Strecke. «Ich hätte gerne drei oder vier mitgenommen. Unser Duo kann um die Medaillen mitspringen», glaubt er und erinnerte an das Husarenstück von 2003, als Lobinger und Michael Stolle einen WM-Doppelerfolg schafften.

Bartels und Lobinger sind jeweils die Nummer zwei in der Welt in diesem Winter und bereiten sich unterschiedlich auf Moskau vor. Bartels startet vorher noch am Freitag in Chemnitz und am Sonntag in Frankreich, wo er seine Leistung bestätigen möchte: «Meine Leistung gibt Selbstvertrauen, aber in Moskau beginnt alles neu.»Der als Vielstarter bekannte Lobinger hat für ihn ungewöhnliche Prioritäten gesetzt: «Ich lasse zwei Wettkämpfe aus, starte nur noch in Chemnitz, um mich optimal auf Moskau vorzubereiten.» Dort geht es um 40.000 US- Dollar Prämie für den Titel. Die nervliche Belastung des dreieinhalb Stunden dauernden Titelkampfes von Karlsruhe auf «brutal hohem Niveau» sei sehr hoch gewesen, «vielleicht größer als bei der WM». (nz)