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Lupe Beyer: Größere Gegner lassen leichter treffen

«Boom Boom» Beyer will seinen WM-Gürtel behalten. Der Supermittelgewichtler aus Sachsen durfte sich seinen heutigen Gegner sogar aussuchen.

Von Gert Glaner

Markus Beyer biegt in die Zielgerade seiner Karriere ein. Deutschlands einziger aktueller Box-Weltmeister will seinen Titel noch zwei Jahre verteidigen und anschließend fit sein für das Leben außerhalb des Rings, der seit 1983 seine sportliche Heimat ist. «Man sollte zwar nie nie sagen, aber es ist schon sehr wahrscheinlich, dass ich 2007 aufhöre. Ich hoffe, natürlich als Weltmeister», sagte der WBC-Champion im Supermittelgewicht vor seiner freiwilligen Titelverteidigung am Samstagabend (22.10 Uhr/ARD) in Berlin gegen den Italiener Alberto Colajanni.

Im Alter locker geworden
Sozusagen als erstes Präsent seines letzten Vertrages mit dem Stall von Wilfried Sauerland durfte sich Beyer einen Gegner aussuchen. Der wegen seiner Schlaghärte «Boom Boom» genannte Sachse entschied sich aus gutem Grund für den sieben Zentimeter größeren Italiener. «Größere Gegner lassen sich viel einfacher treffen», befand der Schützling von Trainer Uli Wegner mit einer Leichtigkeit, die er sich erst im reiferen Box-Alter zu Eigen gemacht hat.

Die neue Lockerheit hat den 1,76 Meter großen Wahl-Bremer in der Vorbereitung aber nicht leichtfertig gemacht. «Ich bin bestens vorbereitet und gehe sehr zuversichtlich in den Kampf. Ich bin der Favorit und ich will gewinnen», erklärte der 34 Jahre alte Deutsche vor seinem mittlerweile zwölften WM-Fight überaus zuversichtlich. Colajanni stand erst 18 Mal im Ring und ist noch unbesiegt. «Ich bin hierher gekommen, um zu gewinnen», kündigte der 32-Jährige vor seinem ersten Auslandsauftritt an.

Projekte im sozialen Bereich
Für den gelernten Kfz-Schlosser Markus Beyer («In dem Beruf könnte ich wohl nicht mehr arbeiten. Das ist schon so lange her.») gibt es nach dem 35. Kampf seiner Karriere nicht viel Zeit zum Ausruhen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Danii hat er die Firma «12Rounds» gegründet, die Sportler und auch Künstler betreut.

«Zudem haben wir auch viele Projekte im sozialen Bereich. So arbeiten wir mit Kindern und geben ihnen mit Hilfe von Kampfsporttraining mentale Stärke und Selbstvertrauen», erläuterte der Box-Profi, den am 4. März eine neue Herausforderung am Ring erwartet. Beyer wird in Oldenburg als ARD-Experte den WM-Kampf von Stallgefährte Arthur Abraham (Berlin) analysieren.

In Berlin gibt es am Samstagabend im Schwergewicht ein zweites deutsch-italienisches Aufeinandertreffen, allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Lokalmatador Cengiz Koc fordert Colajannis Landsmann Paolo Vidoz um dessen EM-Titel heraus. «Wenn Cengiz den Gürtel gewinnt, könnte er in den nächsten zwölf Monaten eine WM- Chance erhalten», erklärte Promoter Wilfried Sauerland. Der 28 Jahre alte Koc hat von seinen 24 Profi-Fights 23 gewonnen. Sein sieben Jahre älterer Gegner hat 22 Kämpfe (20 Siege) in seinem Rekord. (dpa)