netzeitung.deSchobers Kopfstoß wird nicht geahndet

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Mathias Schober (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mathias Schober
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Auch das DFB-Pokalspiel zwischen Rostock und Offenbach hatte seine «Kopfstoß-Affäre». Doch Hansa-Schlussmann Mathias Schober kommt glimpflich davom.

Die Kopfstoß-Attacke von Torhüter Mathias Schober im Achtelfinale des DFB-Pokals am Mittwoch zwischen Hansa Rostock und Kickers Offenbach wird kein Nachspiel haben. Der DFB-Kontrollausschuss teilte am Donnerstag mit, dass die Gelbe Karte gegen Schober eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters Manuel Gräfe (Berlin) sei. Für weitere Schritte gegen Schober gäbe es keine rechtlichen Grundlagen. Zudem werde das Verfahren gegen Offenbachs Torhüter Sead Ramovic nach dem Platzverweis eingestellt.


Die Norddeutschen verloren am Mittwochabend die Partie mit 3:4 im Elfmeterschießen - und ihr Schlussmann Schober die Nerven. Er versetzte seinem Gegenüber Ramovic einen Kopfstoß und sank dann theatralisch zu Boden. Gräfe bestrafte den Kickers-Keeper wegen einer angeblichen Tätlichkeit mit «Rot», während Schober mit der Gelben Karte davonkam. «Nach meiner Meinung ist Schober der Schuldige», hatte Horst Hilpert, der Kontrollausschuss-Vorsitzende im Deutschen Fußball-Bund (DFB), am Donnerstag nach dem Studium der Fernsehbilder festgestellt.

Erstaunliche Parallelen
Der «Fall Schober» zeigt erstaunliche Parallelen zu den Vorkommnissen im Bundesliga-Spiel am 6. Dezember zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln. Damals verpasste der inzwischen entlassene MSV-Trainer Norbert Meier dem Kölner Profi Albert Streit einen Kopfstoß und sank ebenfalls zu Boden. Meier verlor nach der dreimonatigen Sperre durch den DFB seinen Job beim MSV. Zudem muss der Fußball-Lehrer 12.500 Euro Strafe zahlen. Schiedsrichter in beiden Spielen war Manuel Gräfe.

Kopfschüttelnd stand Ramovic am Mittwochabend im Stadiongang und sprach mit zitternder Stimme: «Schober hat angefangen. Er hat mir die Kopfnuss gegeben. Schober hat sich sogar bei mir entschuldigt.»

Die Offenbacher Verantwortlichen hatten sich rechtliche Schritte vorbehalten. «Wir werden prüfen, was Sinn macht. Eine Strafe für Schober interessiert mich nicht. Wichtig für uns ist, was mit Ramovic passiert», hatte Offenbachs Trainer Hans-Jürgen Boysen nach dem Spiel erklärt. Boysen hatte zuvor bereits drei Mal gewechselt und im Elfmeterschießen Torhüter Ramovic durch Mittelfeldspieler Stephan Sieger ersetzt.

Schober: Bin nicht schuld
Schober war sich hingegen keiner Schuld bewusst. «Wofür soll ich mich entschuldigen, es ist doch nichts passiert», meinte der Hansa- Keeper. Er räumte jedoch ein, Ramovic provoziert zu haben. «Das war aber kleine Kinderkacke», betonte er. Und: «Wenn ich Schiedsrichter gewesen wäre, hätte ich uns beiden die Gelbe Karte gezeigt, denn weder Ramovic noch ich haben eine Kopfnuss verteilt. Ansonsten wären ja Spuren im Gesicht zu erkennen.« (nz)