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Stimmen zum Rechte-Poker

21. Dez 2005 15:12, ergänzt 17:20
Kurt Beck
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Bei der ARD ist man vom Erhalt der «Sportschau» begeistert. Manch einer trauert aber auch um die Partnerschaft mit Premiere, dem großen Verlierer beim Rechte-Poker.

Werner Hackmann (Präsident des Ligaverbandes): Der Liga wird manchmal vorgeworfen, sie sei geldgierig. Sie hat aber auf Geld verzichtet. Es ist ein Dienst der Liga an die Fans. Die Mitgliederversammlung hat den Vorschlag einstimmig angenommen. Damit hat die Mitgliederversammlung den Bär erlegt.

Michael Meier (DFL-Vorstandsmitglied): Es war eine ziemlich klare Entscheidung trotz des Verzichts auf das pekuniär bessere Angebot.

Kurt Beck (rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, SPD): Die Entscheidung wahrt den Anspruch der Zuschauer auf eine ausreichende Information über die Fußball- Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen.

Peter Voß (Intendant des Südwestrundfunks): Das Runde gehört ins Erste. Die Entscheidung der DFL ist ein Sieg der Vernunft und darüber können sich alle Zuschauer freuen. Spitzenfußball verschwindet nicht im teuren Bezahlfernsehen. Die Bundesliga bleibt im Free-TV, und im Free-TV bleibt die ARD die erste Adresse. Die Sportschau ist eine Erfolgsgeschichte. Das hat letztlich auch die Liga überzeugt.

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident): Es war so, dass Premiere auf die Karte 'Alles oder nichts' gesetzt hat. Da war es klar, dass man beim Bezahlfernsehen auf einen neuen Anbieter ausweicht.

Harald Strutz (DFL-Vorstandsmitglied): Mit dem wirtschaftlichen Ergebnis kann jeder zufrieden sein. Der Abschluss ist auch unter perspektivischen Gesichtspunkten zu sehen.

Steffen Simon (Sportschau-Chef): Die Freude ist sehr groß bei uns. Vor allem, weil es auch eine Entscheidung im Sinne der Fans ist.

Rainer Hüther (DSF-Geschäftsführer): Ein großer Tag für das DSF. Wir sichern damit das Kernrecht des Senders für die nächsten Jahre.

Andreas Rettig (DFL-Vorstandsmitglied): Ich bin traurig, dass wir einen langjährigen Partner verloren haben. Dass man Fußball-Kompetenz von A nach B verteilen kann, ist nicht zum ersten Mal vorgekommen.

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt): Dass die Sportschau weiter um diese Uhrzeit am Samstag im Free-TV zu sehen ist, ist ein Erfolg für die Fans. Ich habe als Kind mit meinem Bruder immer zwischen 18 und 20 Uhr zu Hause die Sportschau gesehen. Das war der Kristallisationspunkt unserer Familie. Mama hat gekocht und wir haben Fußball gesehen.

Thomas Gruber (ARD-Vorsitzender): Mit dem Zuschlag für die ARD wird nicht nur der große Erfolg der Sportschau gewürdigt, sondern auch dem Wunsch der Fans und unserer Zuschauer Rechnung getragen. Somit kann jeder in Deutschland zu einer zuschauerfreundlichen Zeit am Bundesliga-Geschehen teilhaben.

Bernd Hoffmann (Vorstandsvorsitzender Hamburger SV): Der Vertrag führt nicht automatisch dazu, dass wir jetzt international konkurrenzfähiger sind. Aber zumindest haben wir uns den europäischen Ligen angenähert. (nz)

Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident): Das ist ein guter Tag für die Fußballfans in Deutschland. Die DFL hat eine kluge und zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Für die Gebührenzahler ist es natürlich wichtig, dass der Erwerb der Übertragungsrechte - wie aus dem WDR zu erfahren war - überwiegend aus Werbeeinnahmen finanziert werden. (nz)


 
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