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Premiere großer Verlierer im Rechte-Poker

21. Dez 2005 13:38, ergänzt 17:45
Sportschau-Moderatorin Monica Lierhaus
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Die Bundesliga gibt es auch weiterhin am Samstag in der «Sportschau» zu sehen. Fußball-Fans müssen sich auf die Wiedereinführung eines Freitagspiels und Änderungen bei den Anstoßzeiten einstellen.

Die «Sportschau» bleibt, das Freitag-Spiel kommt wieder und die Einnahmen steigen: Die Fans und die 36 Profi- Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sind die großen Gewinner der neuen TV-Verträge. Der Ligaverband vergab am Mittwoch bei der Mitgliederversammlung die wichtigsten Free-TV-Rechte erneut an die ARD, die ihre Zusammenfassung in den kommenden drei Jahren um 18.30 Uhr beginnt. Die Pay-TV-Rechte erhält eine neue Firma namens Arena, während der bisherige Partner Premiere leer ausgeht.

Die DFL kassiert insgesamt in drei Jahren 1,42 Milliarden Euro, das bedeutet eine Steigerung um rund 40 Prozent. Beschlossen wurde die Wiedereinführung eines Freitagspieles - bei Beibehaltung von zwei Sonntag-Spielen.

Fan-Bedürfnissen Rechnung getragen

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  • Freuen dürfen sich Fußball-Anhänger, denn die befürchtete Zusammenfassung am späten Samstagabend gibt es nicht. Stattdessen bleibt die beliebte Bundesliga-Sendung in der ARD, die vor drei Jahren «ran» bei Sat.1 abgelöst hatte, bis 2009 erhalten. «Wir haben uns sehr an den Bedürfnissen der Fans orientiert», sagte DFL-Kommunikationsdirektor Tom Bender.

    Neben der «Sportschau» wird auch das «Sportstudio» im ZDF weiter Bilder von der Bundesliga zeigen. Auch das DSF behielt seine Rechte. Damit hat der Ligaverband für eine weiterhin breite Abdeckung im frei empfangbaren Fernsehen gesorgt.

    «Die Mitgliederversammlung hat den Vorschlag einstimmig angenommen», sagte Liga-Präsident Werner Hackmann. «Damit hat die Mitgliederversammlung den Bär erlegt.» Die Pay-TV-Rechte gingen an die Firma Arena, ein Zusammenschluss von mehreren Kabelnetzbetreibern mit mehr als sechs Millionen Kunden. Arena muss nun eine Sportredaktion aufbauen und darf von den Kunden maximal 20 Euro pro Saison verlangen.

    Sechs Spiele am Samstag

    Neu im Spielplan ist die Wiedereinführung eines Spiels der 1. Liga am Freitagabend. «Damit sind wir auch dem Wunsch der Fans nachgekommen», sagte DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert. Kernspielzeit bleibt aber der Samstagnachmittag um 15.30 Uhr mit nunmehr sechs Spielen. Zwei Partien werden am Sonntag um 17.00 Uhr beginnen, von denen Ausschnitte im Free-TV erst nach 22.00 Uhr im DSF zu sehen sind.

    «Die zweite Liga muss die Kröte schlucken», so Seifert. Die Partien des Unterhauses werden aufgrund der Neuregelung früher angepfiffen - nämlich 18 Uhr am Freitag und 14 Uhr am Sonntag.

    Der große Verlierer ist Premiere. Der Bezahl-Sender, der seit mehr als zehn Jahren Partner der Liga ist und bis zum Saisonende noch alle Spiele live zeigt, hat sich verpokert. Premiere hatte mehr Geld geboten, aber nur für das Modell mit einer späten Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen.

    «Es gibt mit Ausnahme von Premiere nur Gewinner», kommentierte Gerhard Mayer-Vorfelder. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sagte weiter: «Ich habe gedacht, Premiere ist beweglicher, aber sie haben auf stur geschaltet, was die Sportschau anbelangt.» Nach dem Verlust der Rechte brach die Aktie des Abo-Senders um mehr als 38 Prozent auf das Rekordtief von 14,50 Euro ein.

    420 Millionen Euro an Vereine

    Gewinner sind neben den Fans vor allem die 36 Profi-Vereine. Die DFL hat in einem bemerkenswerten Verfahren, das von der EU- Wettbewerbskommission verlangt worden war, ein starkes Ergebnis für die Clubs herausgeholt. Nach der Kirch-Krise 2002, an deren Folgen viele Vereine immer noch leiden, taumelte die Liga lange und musste sich zuletzt mit 300 Millionen Euro pro Saison zufrieden geben. Jetzt gibt es mindestens 420 Millionen - und die Clubs haben frühzeitig und langfristig Planungssicherheit. «Man kann der DFL nur gratulieren», sagte Mayer-Vorfelder. «Es war eine sehr transparentes und offenes Verfahren.»

    Es wird aber noch mehr Geld geben. Die genaue Summe, die aus der Vermarktung der so genannten audiovisuellen Rechte kommt, steht noch nicht fest. So sind beispielsweise noch Nachverwertungs-Rechte, etwa für Nachrichtensendungen, und Zweit-Rechte der 2. Liga zu vergeben.

    Kompliment aus der 2. Liga

    «Ein Riesenkompliment an die DFL», sagte Christian Heidel, Manager von Mainz 05. «Wir stehen alle dahinter. Die Argumente waren überzeugend.» Liga-Vorstandsmitglied Andreas Rettig sagte: «Wir haben im Sinne der Fans auf Geld verzichtet. Natürlich sind wir alle traurig, einen langjährigen Partner zu verlieren.»

    Die junge Riege um DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert hat ihr Meisterstück geliefert. Die vierköpfige Verhandlungsgruppe handelte die Verträge über Wochen in einem Frankfurter Hotel aus und legte dem Ligavorstand am Dienstagabend zwei Variante unterschriftsreif vor. (nz)

     
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