Vom Einwanderer zum Box-Weltmeister
11.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Vom belächelten Schlumpf zum gefeierten König: Profiboxer Arthur Abraham hat sich am Samstagabend vor 3000 Zuschauern in der Arena Leipzig mit einem spektakulären K.o.-Sieg in der fünften Runde über Kingsley Ikeke aus Nigeria die IBF-WM-Krone im Mittelgewicht aufgesetzt. «Für diesen Tag heute habe ich zehn Jahre lang hart gearbeitet», sagte der 25-Jährige, der neben Markus Beyer nun der zweite Weltmeister im Berliner Sauerland-Stall ist.
Der umjubelte Sieger kauerte sich in die Ringecke und vergoss Freudentränen. Sein Trainer weinte mit ihm. «In diesem Augenblick war ich der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt», gestand der Armenier, dessen Einbürgerungsverfahren kurz vor dem Abschluss steht.
Abraham erhielt prompt einen Profivertrag und hat es nun im Eiltempo auf den WM-Thron geschafft, den eigentlich Ikeke für sich beansprucht hatte. «Ich war auf der Siegerstraße, dann bin ich von einem harten Schlag kalt erwischt worden», befand er und forderte Revanche, dieses Mal in den USA. Tatsächlich überlegt Sauerland, ob er mit dem in 19 Kämpfen ungeschlagenen Abraham den amerikanischen Markt erobern kann. «Arthur boxt am 4. März wieder in Deutschland. Danach wollen wir aber auch in Amerika kämpfen. Vielleicht im Sommer, wenn hier die Fußball-WM läuft», erklärte Sauerland.
Lou DiBella, der Promoter des amerikanischen Dreifach-Weltmeisters Jermain Taylor, gratulierte telefonisch zum WM-Sieg und meldete schon einmal Interesse an einem Kampf mit Abraham an. «Er hat das Video von diesem Kampf noch nicht gesehen. Dann hat er es nicht mehr so eilig», glaubt Sauerland.

