07. Dez 2005 20:33, ergänzt 21:22
Die deutschen Handballerinnen haben bei der WM dem Olympiasieger lange Paroli geboten. Am Ende reichte es aber doch nicht zu einem Punktgewinn.
Die deutschen Handball-Frauen haben bei der Weltmeisterschaft in St. Petersburg den ersten Matchball zum Einzug in die Hauptrunde vergeben. Trotz großen Kampfes und einer Energieleistung verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in einer dramatischen Partie mit 26:27 (14:12) gegen Olympiasieger Dänemark. Der EM-Fünfte bleibt trotz der ersten Turnier-Niederlage nach zwei Siegen Zweiter der Vorrundengruppe C.«Der Sieg war greifbar. Das war ein super Frauen-Handballspiel. Die erste Halbzeit von uns war richtig klasse. Da hat alles gestimmt. Am Ende war das Zünglein an der Waage: Wer macht einen Fehler. Da hatte Dänemark das Glück des Tüchtigeren. Das ist richtig schade, denn die Mannschaft hat sich bestens präsentiert», sagte Bundestrainer Armin Emrich. «Das eine Tor ist echt schade und spiegelt nicht den Leistungsstand der Mannschaft wieder», bedauerte Linksaußen Susanne Henze vom Buxtehuder SV.
In dem Tempo-Spiel vor der stimmungsvollen Kulisse von 700 Zuschauern war erneut Nadine Krause (Leverkusen/9/3) beste Werferin der deutschen Mannschaft, die nach einem Ruhetag am Freitag gegen Brasilien einen Sieg zum Erreichen der Hauptrunde braucht. Die Dänin Andersen sah wegen groben Foulspiels die Rote Karte.
Vor der Partie wurde Grit Jurack für ihr 200. Länderspiel geehrt. Die Dänemark-Legionärin erhielt von DHB-Vizepräsident Rainer Witte einen Blumenstrauß und die Ehrennadel des Verbandes in Gold überreicht. «Das ist schon etwas Besonderes: Vor gut zwei Wochen die 1000 Tore und nun 200 Länderspiele. Sowas erlebt man nur einmal im Leben. Ich freue mich riesig darüber», sagte Jurack.Doch in ihrem Jubiläumsspiel gelang dem Rückraum-Star zunächst wenig. Dafür aber sprangen ihre Kolleginnen in die Bresche. Die Abwehr, die sich immer mehr zum Prunkstück entwickelt, unterband die dänischen Angriffsbemühungen schon im Entstehen. Dahinter bot Torhüterin Sabine Englert ihre bislang beste Turnierleistung. Und im Angriff traf die in bestechender Form aufspielende Nadine Krause aus dem linken Rückraum und vom Siebenmeterpunkt.