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Schwimmerin Stockbauer beendet Karriere

09. Okt 2005 18:42, ergänzt 19:03
Hannah Stockbauer
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Hannah Stockbauer will nicht mehr hauptberuflich schwimmen. Es sei keine Entscheidung gegen den Sport, sondern für einen neuen Lebensabschnitt, sagte sie.

Von Dietmar Fuchs

Hannah Stockbauer sagt endgültig «servus»: Deutschlands erfolgreichste Weltmeisterschafts-Schwimmerin beendet ihre Karriere. «Es wird definitiv auch keinen Rücktritt vom Rücktritt geben, meine Entscheidung ist endgültig», sagte die 23 Jahre alte Fränkin den «Nürnberger Nachrichten» (morgige Montag-Ausgabe). Mit ihren fünf WM-Titelgewinnen von 2001 im japanischen Fukuoka und 2003 in Barcelona ist die zweimalige «Sportlerin des Jahres» im deutschen Schwimmsport unübertroffen.

Keine Überraschung für DSV-Chefin

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«Dieses Statement kommt für mich nicht überraschend. Aber dennoch bedauere ich den endgültigen Rücktritt Hannah Stockbauers sehr, weil sie spätestens seit 2001 eine der Top-Leistungsträgerinnen des deutschen Schwimmens und des deutschen Sports schlechthin war», sagte Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Die DSV-Chefin hätte es «mehr als gern gesehen, wenn sich Hannah Stockbauer der Herausforderung noch einmal stellt».

«Es war eine wunderschöne Zeit», blickte Hannah Stockbauer in den «Nürnberger Nachrichten» auf ihr aktives Dasein zurück. Vermissen möchte sie nichts, aber sie möchte sich auch nicht mehr so quälen, wie sie es als Langstrecken-Schwimmerin in einer Dekade Hochleistungssports Tag für Tag getan hat.

2004 in Vorläufen gescheitert

Der Entschluss Hannah Stockbauers reifte wohl schon lange, nachdem sie bei den Olympischen Spielen 2004 als Medaillen-Kandidatin über 400 und 800 Meter Freistil zwei Mal im Vorlauf gescheitert war. Seit Athen hat sie keinen Wettkampf mehr bestritten und es nur noch ein wenig auslaufen lassen. Ihr Trainer Roland Böller hatte es schon zu Jahresbeginn anklingen lassen: «Es ist eine Sache des Kopfes, ob sie noch einmal zurück kommt.»

Sie wird es nicht tun. «Es ist nicht in erster Linie eine Entscheidung gegen das Schwimmen, sondern eine Entscheidung für einen neuen Lebensabschnitt», vertraute sie der Zeitung jetzt an. Nach Olympia begann sie in Erlangen, wo eine Schwimmhalle nach ihr benannt ist, eine kaufmännische Ausbildung bei Siemens. Das hat Priorität. Und das normale Leben. Als sich ihre einstigen Mit-Schwimmer im Mai auf die deutschen Meisterschaften in Berlin vorbereiteten, genoss sie es, abends ohne Gewissensbisse auf ein großes Heimatfest zu gehen und vielleicht auch ein Gläschen Wein zu trinken.

Halbherzigkeit war nie ihr Ding

Es wird sie möglicherweise ein wenig schmerzen, nicht mehr mit anderen Sportlern zusammen zu kommen und sich im Wettkampfbecken nicht mehr mit ihnen messen zu können. Doch Halbherzigkeit war nie ihr Ding, so ernsthaft, wie sie schwamm, geht sie jetzt ihrer Lehre nach.

Und Hannah Stockbauer wird es auch nicht bereuen, dass sie nach Olympia 2004 ganz offen über strukturelle Probleme im deutschen Schwimmsport gesprochen und sich den Ärger der Verbandsführung eingehandelt hat. Dazu steht sie nach wie vor, obschon es um die Weltklasse-Schwimmerin zuletzt im DSV schon sehr still geworden war. Jetzt beginnt für Hannah Stockbauer endgültig das Leben danach. (dpa)

 
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