08.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Jürgen Emig
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen um den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks ausgeweitet. Auch frühere Mitarbeiter Jürgen Emigs werden befragt.
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen im Fall Jürgen Emig offenbar aus. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Wochenende berichtete, sollen alle Sportjournalisten des Hessischen Rundfunks (HR) befragt werden, die in den vergangenen fünf Jahren mit dem früheren HR-Sportchef zusammengearbeitet haben.
Neue Vorwürfe gegen JournalistenAm Samstag war zunächst kein zuständiger Staatsanwalt erreichbar. HR-Sprecher Michael Dartsch sagte auf Anfrage, dass bislang nur ein Kollege Emigs als Zeuge befragt worden sei. Über weitere Pläne sei nichts bekannt. Dem «Focus»-Bericht zufolge gibt es Erkenntnisse, dass HR-Mitarbeiter privat für die Firma SMP von Emigs Geschäftspartner Harald Frahm gearbeitet haben. An der Agentur sollen auch Emig und dessen Frau beteiligt sein.
Der «Spiegel» berichtete unterdessen, dass Emig während seiner Untersuchungshaft seine Geschichte als Buchmanuskript verfasst habe. Darin schreibt er über die angebliche Gier des HR nach Drittmitteln. Produktionen sollen so kalkuliert worden sein, dass sie ohne Sponsoren nicht realisierbar gewesen wären. Emig soll nach eigener Darstellung 13 Millionen Euro Drittmittel für HR-Sportproduktionen organisiert haben. Weitere sechs Millionen Euro Sponsorengeld seien über SMP dem Sender zugeflossen. Der HR kommentierte den Bericht zunächst nicht.
Regressforderung stehtDer Sender fordert von Emig eine Regresszahlung von knapp einer Million Euro und will den Betrag notfalls einklagen. Der HR hatte Emig Mitte Juli fristlos entlassen, nachdem er wegen Verdachts des Betrugs, der Untreue, der Bestechlichkeit und Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Untersuchungshaft gekommen war. Er soll gemeinsam mit seiner Frau und Frahm von Sportveranstaltern Geld als Gegenleistung für Fernsehberichterstattung angenommen haben. (nz)