netzeitung.deLee: Haben hier keine Chance

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Bundestrainer Hee Wan Lee. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bundestrainer Hee Wan Lee.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die deutschen Volleyballerinnen warten bei der EM weiter auf ihren ersten Sieg. Was den Bundestrainer allerdings nicht wirklich überrascht.

Von Conny Kurth

Die deutschen Volleyballerinnen müssen bei der Europameisterschaft in Kroatien um den Einzug in die Runde der besten acht Teams bangen. Nach drei Pleiten wartet die Mannschaft in Zagreb immer noch auf den ersten Sieg und ist bei noch ausstehenden Vorrundenspielen gegen Gastgeber Kroatien (Mittwoch/20.30 Uhr) sowie Rumänien (Donnerstag/18.00 Uhr) Tabellenschlusslicht. «Man muss einfach realistisch sein, mit dieser Mannschaft haben wir keine Chance», sagte Bundestrainer Hee Wan Lee nach dem 0:3 gegen Aserbaidschan. «Die Mannschaft hat nicht das Potenzial, zwei bis drei Spiele hintereinander konstant auf hohem Niveau zu spielen.»

Nach dem Fehlstart gegen Serbien und Montenegro (1:3) sowie der Steigerung gegen Titelverteidiger Polen (2:3) boten die Deutschen gegen Aserbaidschan, Sieger der europäischen Grand-Prix-Ausscheidung für 2006, eine indiskutable Vorstellung. Sie spielten nach umkämpften ersten Durchgang, in dem ein Satzball nicht verwertet werden konnte, ohne Herz und Engagement. «Leider konnten wir die Euphorie aus dem Polen-Spiel nicht in diese Begegnung retten. Nach dem verlorenen ersten Satz wurden wir nervös und fanden unsere Form nicht mehr», meinte Kapitän Angelina Grün.

Magere Angriffsleistung
In allen drei Partien reichte die Angriffsleistung nicht aus, denn die Erfolgsquote betrug nur magere 36 Prozent. Auch Angelina Grün als wichtigste Führungsspielerin konnte gegen Aserbaidschan mit zwölf Punkten nicht wie gewohnt mitziehen. Dem Italien-Profi machte eine Knieverletzung aus dem Polen-Spiel zu schaffen. Es besteht sogar der Verdacht auf einen Anriss des Außenmeniskus. «Ich werde kein Risiko eingehen. Wenn sie verletzt ist, wird sie nicht spielen», sagte Lee vor den Untersuchungen am Ruhetag.
Zahlreiche Absagen
Nachdem die Frauen als EM-Dritter 2003 mit dem Sieg bei der europäischen Olympia-Qualifikation für das Wunder von Baku gesorgt hatten, plagen Lee inzwischen große Personalsorgen. Fünf Spielerinnen aus dem Olympia-Team von Athen und die junge Neuentdeckung Margarethe Kozuch (Abitur) fehlen. Diese gravierenden Ausfälle hatten sich schon vor der EM bei lediglich zehn Siegen und 20 Niederlagen bemerkbar gemacht. Positiv war nur die direkte Qualifikation für die WM im kommenden Jahr in Japan. Während es Spielerinnen in anderen Ländern als Ehre ansehen, das Nationaltrikot zu tragen, bekamen Lee und der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) in der Vergangenheit bei Rückholaktionen die kalte Schulter gezeigt.

Fällt nun auch noch Grün aus, dürfte es schwer werden, die noch dringend benötigten Siege über Kroatien und Rumänien einzufahren. Erfolge sind aber Pflicht, will Deutschland noch um die Plätze fünf bis acht spielen und nicht wie 2001 vorzeitig die Heimreise antreten. «Wenn Grüni spielen kann, gewinnen wir und kommen weiter», sagte Lee. (nz)