23. Aug 2005 15:51
Nach den Dopingvorwürfen gegen Lance Armstrong ist das französische Labor kritisiert worden. Es seien Spielregeln verletzt worden, sagte Nada-Chef Roland Augustin.
Auch deutsche Doping-Experten bezweifeln Konsequenzen aus den von der französischen Sportzeitung «L'Equipe» öffentlich gemachten neuen Doping-Anschuldigungen gegen den amerikanischen Rad-Profi. «Die Frage ist zuerst einmal, ob die Tests rechtskräftig genug sind, um zu einer Anklage zu führen», sagte der Geschäftsführer der Nationalen Anti- Doping-Agentur (NADA), Roland Augustin, am Dienstag. «Und wenn man nur wissenschaftliche Forschungsarbeit gemacht hat, gehören die Ergebnisse nicht in die Medien und man sollte eine genaue Kenntnis der Rechtslage in den USA haben, bevor man sie öffentlich macht.»Augustin kritisierte besonders die Vorgehensweise des französischen Doping-Kontrolllabors Châtenay-Malabry bei Paris, das im vergangenen Jahr laut «L'Equipe» in sechs Urinproben des siebenmaligen Tour-de-France-Siegers aus dem Jahr 1999 Spuren des Blutdopingmittels Erythropoietin (EPO) nachgewiesen hat. «Wenn es so gelaufen ist, bin ich entsetzt, weil man dann wissenschaftliche Ergebnisse decodiert und an die Öffentlichkeit getragen hat», bemängelte Augustin.
Augustin sieht international akzeptierte Regularien von den französischen Wissenschaftlern verletzt. «Es gibt Spielregeln, an die man sich halten muss. Wenn man die Ergebnisse 2004 schon hatte, ist der Zeitpunkt und die Art und Weise der Reaktion darauf höchst verwunderlich», sagte Augustin. «Dann kann man sie gleich in einer Mensa ans Schwarze Brett hängen. Das geht nicht.» (nz)