FC Bayern ohne Probleme gegen Neuruppin
21.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Ugurtan Cepni (r, Neuruppin) im Zweikampf mit Bastian Schweinsteiger
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Fußball-Oberligist MSV Neuruppin stellte in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals für Titelverteidiger Bayern München keine ernsthafte Hürde dar. Beim Bundesligisten hatte besonders Mehmet Scholl Grund zur Freude.
Mit zwei Toren von Edelreservist Mehmet Scholl ist Titelverteidiger Bayern München in die zweite Runde des DFB-Pokals spaziert. Der Bundesliga-Spitzenreiter gewann am Sonntag im Berliner Olympiastadion auch ohne seine Superstars Roy Makaay, Michael Ballack und Lucio gegen den Nordost-Oberligisten MSV Neuruppin mit 4:0 (1:0). Die Tore gegen den couragierten, aber harmlosen Viertligisten erzielten außer Scholl (49., 86.), Valerien Ismail (9.) und Andreas Ottl (69.). «Scholl hat seinen 98. Frühling», kommentierte Bayern- Manager Uli Hoeneß den 45-Minuten-Auftritt des Ex-Nationalspielers, der entscheidende Impulse setzte.
Lohnenswerter AusflugFür Neuruppin hat sich das Spiel gegen die Bayern vor allem finanziell gelohnt. Durch den Umzug aus dem 32.000 Einwohner zählenden Fontane-Städtchen ins 80 Kilometer entfernte Berlin konnten offiziell 33.189 Fans die Partie sehen, einige Hundert wurden wegen des großen Andrangs noch ohne Ticket ins Stadion gelassen. Der MSV dürfte aus dem Duell gegen die großen Bayern mindestens 200.000 Euro erlösen, mehr als die Hälfte des Saisonetats.
Auch im zehnten Jahr nach der Blamage von Vestenbergsgreuth, als Bayern letztmals in der ersten Pokalrunde gestrauchelt war, ließ der Favorit nichts anbrennen. «Nur die Stürmer haben leider nicht getroffen», erklärte Trainer Felix Magath, der Ballack, Makaay und Lucio zu Hause gelassen hatte. Dafür durften neben Sebastian Deisler Bastian Schweinsteiger, Ze Roberto, Claudio Pizzaro und das 20- jährige Talent Ottl von Beginn an ran.
Schlechte ChancenauswertungNach der schnellen Führung durch Ismail, dem der Ball zuvor an die Hand sprang, hätten die Münchner schon in den ersten 20 Minuten alles klar machen können. Doch vor allem Roque Santa Cruz und Pizarro vergaben reihenweise beste Chancen. «Es ist immer schwierig gegen einen solchen Gegner», erklärte Deisler die Entscheidung erst in der zweiten Halbzeit.
Bis zur Pause erhielt sich der von Ex-Profi Christian Schreier trainierte Außenseiter dank eines überragenden Torhüters Marian Unger die Chance auf die Überraschung. Doch der eingewechselte Scholl mit einem direkten 22-Meter-Freistoß, Ottl per Kopf und nochmals Scholl machten den standesgemäßen Erfolg des Erstligisten perfekt. Die beste der wenigen Konterchancen für den MSV vergab Andreas Biermann (65.). (nz)